H?resie

Orthodoxe Kirche und Gesellschaft, Theologie
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1389.

Häresie

Beitrag von 1389. »

Sehr geehrte Brüder und Schwestern,....

Ich weiß nicht ob Ihr es mitbekommen habt was in Monte Negro war,...
die selbst ernannte Kirche (crno gorska pravoslavna crkva) wollte ein kloster stürmen,... ich finde es traurig das es diesen komplexen minderwertigen nationalismus in sehr vielen orthodoxen ländern gibt (ukraine, monte negro,makedonien,..)

aufjedenfall was denkt ihr darüber mich würde es interessieren ob ihr für die autokephalie von solchen "regime-treuen" kirchen seit,.. oder ihr die einheit aller orthodoxen kirchen wünscht,...
Milo
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Beitrag von Milo »

Lieber Br. Gavrilo (aka Gabriel),

ich bin ganz klar dagegen!

Kirche organisiert sich nicht primär so, wie sich ein Staat in seinen Grenzen manifestiert, politisch bewegt, usw.
Kiche organisiert sich eben so, dass das offenbarte Wort Gottes, die Frohe Botschaft, unverfälscht und lebendig weitergegeben wird. Sind die Voraussetzungen noch nicht geschaffen, kann man eine solche Autorität in einer Region nicht sich selbst überlassen (Autonomie/Autokephalie).

Aber der Wiedersacher kann eben "seine Füsse nicht still halten"!
Traurig, aber wahr.

Herzlich,


Milo
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Sebastian
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Re: Häresie

Beitrag von Sebastian »

gavrilo hat geschrieben:Sehr geehrte Brüder und Schwestern,....

Ich weiß nicht ob Ihr es mitbekommen habt was in Monte Negro war,...
die selbst ernannte Kirche (crno gorska pravoslavna crkva) wollte ein kloster stürmen,... ich finde es traurig das es diesen komplexen minderwertigen nationalismus in sehr vielen orthodoxen ländern gibt (ukraine, monte negro,makedonien,..)

aufjedenfall was denkt ihr darüber mich würde es interessieren ob ihr für die autokephalie von solchen "regime-treuen" kirchen seit,.. oder ihr die einheit aller orthodoxen kirchen wünscht,...
Lieber Gavrilo !

In der Tat ist in der Kirche, so wir darunter den Heiligen Leib Christi verstehen, kein Platz für aggresiven, andere Menschen abwertenden Nationalismus. Die Vermischung mit irdischen Nationaldenken oder gar Ideologien ist in einigen (Randgruppen) Kreisen im unterschiedlichen Ausmaß vorhanden, jedoch keinesfalls repräsentativ für die gesamte OK!

Zu deinem zweiten Absatz und der damit verbundenen Frage ein kleiner Gedanke; Sind wir im Bewusstsein, dass wir vom Hl. Leib Christi, der einen kath. und apostolischen Kirche, sprechen so können wir erkennen, dass alle Orts/Lokalkirchen, alle Autokephalien aus dem Schoße der Kirche geboren wurden. Dort, wo versucht wird sogar mit Gewalt eine Autonomie zu erpressen erkennt der gläubige Betrachter sehr schnell den menschlichen Machtwillen dahinter und weniger den Willen Gottes.

Österliche Grüße
Sebastian

P.S. Magst du vielleicht enen Link (auf Deutsch/ Englisch) hier einstellen, wo wir genau nachlesen können, was in Monte Negro geschah, oder es ein wenig detailierter beschreiben ? Danke. :)
1389.

Beitrag von 1389. »

ich werde morgen eine seite suchen (auf deutsch) und paar bilder posten,..

ich bin für die katholische (allumfassende) kirche das heißt,.. das wir alle diesen nationalen namen davor weg werfen,.. zb: kein SERBISCH orthodox oder GRIECHISCH orthodox,... sondern einfach nur orthodoxe christen,... jedoch mit den eparchien(belgrad, athen,...) .... wir haben alle den gleichen ritus(byzantischen) sowie fast die identische tradition,...
1389.

Beitrag von 1389. »

http://oe1.orf.at/highlights/43235.html

das war in den sommerferien,.. wobei ich diesen bericht interessant finde,.. ich wusste nie das es eine "mon-orthodoxe" kirche gab,... wurde nie kanonisch soweit ich weiß angenommen,.... und das mit den vladikas stimmt,.. aber wenn alle diese "monte-orthodoxe" oder "patrioten" ihren volkshelden njegos mal lesen würden(seine werke) würden sie genau sehen und wissen das es die bevölkerung von montenegro einfach serben sind,...

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protopeter
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Beitrag von protopeter »

Lieber Gavrilo !
ich bin für die katholische (allumfassende) kirche das heißt,.. das wir alle diesen nationalen namen davor weg werfen,.. zb: kein SERBISCH orthodox oder GRIECHISCH orthodox,... sondern einfach nur orthodoxe christen
Genau das sollte das Wesen unserer Orthodoxen Kirche, das Prinzip der Einheit in der Vielfalt definieren: In ihrer Manifestation als wahrhaftig gottmenschliche Gemeinschaft steht sie über allen enggefaßten national-ethnischen Begriffswelten. Natürlich kann es heißen: Orthodoxe Kirche in Griechenland, in Serbien, in Rußland....dann sollte aber auch eine Orthodoxe Kirche in Deutschland, Österreich, Frankreich usw. definiert werden. Damit soll vor allem eines gesagt sein: Die Fülle der Kirche hängt nach orthodox-ekklesiologischem Verständnis nicht an kulturell-historischen Rahmenbedingungen, sondern erweist sich durch das Kriterium der alles integrierenden Universalität.

Österliche Segensgrüße sendet
Erzpr. Peter
1389.

Beitrag von 1389. »

natürlich wie jeder liebe ich mein land(bei mir hält sich das in grenzen)
aber tatsache ist das die kirchen bzw. die orthodoxen kirchen in der diaspora ein großes problem haben werden,... derzeit ist noch die "gastarbeiter" generation vorhanden,.. und die kinder können noch (ich betone das noch) teilweise oder gut serbisch,griechisch,rumänisch,russisch,.... es ist nur eine frage der zeit wann es zu einer assimilation kommt,.... deswegen sollte die kirche sich anpassen,.. das heißt,.. sonntagsschule präsenter machen und somit die sprache erhalten,... oder ab und zu die liturgie auf deutsch halten,...
1389.

Beitrag von 1389. »

die kirche sollte sich nicht übertrieben modanesieren( herum tanzente prister, Discos in der Kirche,....) aber sie muss auch nicht übertrieben "konservative" handeln,...
protopeter
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Beitrag von protopeter »

Lieber Gavrilo !

Ich würde eher sagen, daß es dem Wesen der Orthodoxen Kirche am Ehesten entsprechen sollte, im Geist konstruktiver Kritik - gemäß dem Wort des Apostels: "Prüft alles, das Gute aber behaltet !" - vorzugehen. Wir sind gerufen, für unseren Glauben ein lebendiges Zeugnis abzulegen; in diesem Sinne folgt die gelebte Glaubenspraxis und die Tat aus der "theoretischen" Erkenntnis der geoffenbarten Wahrheit. Mit Gottes Hilfe kann es möglich sein, diesen unseren Auftrag in und vor der Welt zu erfüllen.

Herzliche Grüße sendet Ihnen
Erzpr. Peter
1389.

Beitrag von 1389. »

^^ ich kann Ihnen vater nur zustimmen,...

(darf man eigentlich zu einem prister bzw. geistlichen vater sagen? ich weiß in der russischen kirche gibts den begriff starez,...)
protopeter
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Beitrag von protopeter »

Lieber Gavrilo !

Ja, die Anrede eines orthodoxen Geistlichen ist "Vater" !

Herzliche Segensgrüße aus Salzburg,
Erzpr. Peter
IoannesProselytos
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Beitrag von IoannesProselytos »

Xpristos anesti!

Da das Thema das Threads "Häresie" lautet, würde ich gerne fragen, wie man in der Orthodoxen Kirche allgemein mit Häretikern verfährt?

Wie wird in der Orthodoxen Kirche mit Leuten umgegangen, die z. B. ähnliches oder dasselbe verkünden, wie in der Röm.-Katholischen Kirche Hans Küng oder Eugen Drewermann? Solche Personen dürfte es ja auch geben, oder?
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Sebastian
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Beitrag von Sebastian »

IoannesProselytos hat geschrieben: Wie wird in der Orthodoxen Kirche mit Leuten umgegangen, die z. B. ähnliches oder dasselbe verkünden, wie in der Röm.-Katholischen Kirche Hans Küng oder Eugen Drewermann? Solche Personen dürfte es ja auch geben, oder?
Hallo !

Nun zu aller erst liegt es am Bischof, als Bewahrer, bei Abweichungen in der Glaubenslehre, Klarstellungen (auch Ermahnungen auszusprechen) vorzunehmen. Bei erneuten, häufigen Zuwiderhandlungen der Anordnungen kann eine Amtsenthebung folgen.

Gruß!
protopeter
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Beitrag von protopeter »

Lieber Ioannes !

Zu dieser Frage ist zunächst festzustellen, was nach orthodoxem Verständnis eine Häresie ist - darunter definiert man Lehren, die in keinem Fall mit den durch die Schriftoffenbarung verkündeten und in der kirchlichen Tradition verkündeten Heilswahrheiten übereinstimmen. Diese rechtgläubige Lehre ist hauptsächlich in den dogmatischen Definitionen der sieben Ökumenischen Konzilien zwischen 325 und 787 fixiert.

Davon ausgehend ist zu sagen, daß die Orthodoxe Kirche in ihrem Denken eine relativ breite Basis hat - solange eine grundsätzliche Übereinstimmung mit den Grunddogmen des Glaubens besteht, ist dem theologischen Wirken keine wie auch immer geartete Grenze gesetzt.

Nun ist es so, daß sich jemand, der Dinge verbreitet, die nicht im Sinne orthodoxer Lehre sind und ein dementsprechendes Gottes-, und Kirchenbild vertritt, selbst außerhalb der kirchlichen Gemeinschaft stellt, da er gleichsam freiwillig die von der Kirche getragenen Überzeugungen nicht teilen will. In diesem Zusammenhang ist dann der (im Übrigen äußerst seltene) Akt der Exkommunikation eigentlich keine formelle "Ausstoßung" aus der Gemeinschaft, sondern vielmehr die Feststellung, daß der Betreffende durch Vertretung und Verbreitung einer Irrlehre sich selbst von der Kirchengemeinschaft entfernte.

Mit Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter
IoannesProselytos
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Beitrag von IoannesProselytos »

Ehrwürdiger Erzpriester Peter!

Ansonsten wird nichts unternommen? Wenn man z. B. Russland hernimmt - vielleicht noch vor der Roten Revolution 1917. Es gab ja davor auch schon "einige" Atheisten, wie wurde mit denen von kirchlicher Seite aus, umgegangen? Wie hat man darauf z. B. reagiert? Dasselbe könnte man ja auch für das ehemalige Jugoslawien fragen: Wie hat man darauf reagiert? Man wird das alles ja so nicht im Raum stehen gelassen haben und die Herde einfach ungeschützt diesem Zeug ausgesetzt haben?
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