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OK über das sg. Thomasevangelium
Verfasst: 22.07.2007, 21:45
von Milo
Liebe Lesende,
aus dem Grund weil hier das Apokryph Thomasevangelium für manche eine Referenz wohl bietet, wollte ich nun was darüber sagen wie es in der Orthodoxen Kirche gesehen wird...
Schon der frühe Kirchenhistoriker Eusebius nennt dieses Werk als ein Häretisches. Es entstand wohl im 2. Jhd, und wurde nicht nur von Manichäern (Gnostikern) sehr geschätzt. Der Autor schreibt ohne Gottesfurcht und verfällt in gnostisches Gedankengut.
Es existieren zwei griechische Urversionen (längere, kürzere) in denen das "beschrieben" wird was in den kanonischen Evangelien fehlt- Kindheit Jesus in der Zeit 5-12 Lebensjahr. Damit ist die Aufmerksamkeit der "Wissensdurstigen" auf das Werk garantiert worden! Im 3. Jhd. hat man es wohl etwas "bereinigt" um die häretischen Elemente rauszunehmen...damit veruchte man es "durchzubringen". Übersetzt wurde es dann in der Form in viele Sprachen.
Trodz dem, es verblieben Spuren das es christlich nicht authentisches Werk ist...hauptsächlch durch kindische und naive Erzählungen, wie zB. dass das Kind Jesus aus Schlamm Tauben geformt hat und mit dem Klatsch der Hände sie dann ins Leben ruft - um Seine Macht zu demonstrieren??
Wer es glauben mag....die Orhodoxe Kirche deffinitv nicht!
Re: OK über das sg. Thomasevangelium
Verfasst: 22.07.2007, 22:58
von Walter
administrator hat geschrieben:Wer es glauben mag....die Orhodoxe Kirche deffinitv nicht!
Ja, in diesem Punkt herrscht wohl ökumenische Einigkeit.
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Verfasst: 23.07.2007, 08:40
von Sebastian
Kurze Frage: Auf welchem Konzil wurde endgültig festgelegt, welche Schriften in die Hl. Schrift mitaufgenommen werden
und wer war an dieser heiligen und ehrenvollen Aufgabe beteiligt ?
Verfasst: 23.07.2007, 10:54
von holzi
Sebastian hat geschrieben:Kurze Frage: Auf welchem Konzil wurde endgültig festgelegt, welche Schriften in die Hl. Schrift mitaufgenommen werden
und wer war an dieser heiligen und ehrenvollen Aufgabe beteiligt ?
Hallo Sebastian,
soweit mir bekannt ist, wurde in der Alten Kirche der Kanon nie endgültig durch ein Konzil beschlossen. Es bildete sich aber bis ca. 400 der heute gültige Kanon des Neuen Testament heraus. Als Altes Testament wurde eigentlich immer der Kanon der Septuaginta anerkannt - auch wenn Hieronymus eigentlich den hebräischen Kanon bevorzugt hätte, so übersetzte er auf Weisung des Papstes dennoch auch die nur griechisch vorliegenden Bücher für die Vulgata ins Lateinische.
Das Konzil von Trient hat jedoch für die römische Kirche gegen die Lutheraner, die nur den "kleinen", also hebräischen Kanon einführten, den Kanon der Septuaginta noch einmal ausdrücklich bestätigt - aber nicht eingeführt, wie manche irregeleiteten Protestanten immer wieder behaupten.
Grüße
Konrad
Verfasst: 23.07.2007, 11:24
von Walter
Der Kanon der Hl. Schrift wurde auf keinem ökumenischen Konzil festgelegt. In der römischen Kirche geschah das autoritativ auch erst 1546 auf dem Konzil von Trient als Bestätigung der Lokalsynode von Karthago 397. Dort wurden die Bücher der lateinischen Vulgata des Hl. Hieronymus als kanonisch erklärt.
Neues Testament: Hier sind sich Orthodoxe, Katholiken und Protestanten einig. Der Kanon wurde vom Hl. Athanasius von Alexandrien 367 in seinem Osterfestbrief verkündet und stimmt mit dem Kanon des Hieronymus überein,
bis auf die Offenbarung des Johannes auch z.B. mit den Aufzählungen des Hl. Cyril von Jerusalem und des Hl. Gregor des Theologen. Eigentlich stand der Kanon schon seit dem 2. Jahrhundert fest. Strittig waren unter anderem der Hebräerbrief (jetzt dabei) und der Diadache (nicht dabei). Das sog. Thomasevangelium wurde wie schon gesagt nie dazugezählt.
Altes Testament: Die Apostel selbst verwendeten die griechische Septuaginta (LXX, übersetzt ca. 200 v. Chr.); sie ist auch heute für die orthodoxe Kirche maßgebend. Der hebräische Tanach wurde überhaupt erst 95 n. Chr. kanonisiert. Er ist maßgebend für die Luther- und andere protestantische Bibeln. Die Vulgata ist sozusagen ein Hybrid zwischen Septuaginta und Tanach und auch für die neueren katholischen Übersetzungen maßgebend.
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Verfasst: 23.07.2007, 11:32
von protopeter
Lieber Sebastian, lieber Konrad !
In der um das Jahr 360 stattgefundenen Synode von Laodikeia regelt Kanon 60 unter dem Titel Welche Bücher der Schrift gelesen werden sollen die Frage der Anerkennung. Gleiches wird im Übrigen durch Kanon 85 der Heiligen und Allverehrten Apostel bestimmt; die endgültige Sammlung dieser Kanones ist höchstwahrscheinlich ein bis zwei Generationen früher zu datieren.
Was nun die Kanonizität der neutestamentlichen Schriften anbelangt, so beziehen sich beide kirchenrechtlichen Vorschriften im Wesentlichen auf die bis zum heutigen Tag gültige Ordnung; allerdings integrieren die Apostolischen Kanones auch die Briefe des Apostelschülers und Bischofs Clemens von Rom in ihre Auflistung - aus dieser Tatsache erweist sich eben eine letzte Entwicklung des Schriftkanons, die allerspätestens zur Mitte des 4. Jahrhunderts ihren Abschluß fand.
In der Liebe Christi grüßt
Erzpr. Peter