...ich da zu einem Gottesdienst in Hosen und ohne Kopftuch auftauche?
Zur Erklärung: Ich würde gerne einmal in einen orthodoxen Gottesdienst gehen, aber ich besitze schon seit Jahren keine Röcke mehr und kann mich mit der Vorstellung, ein Kopftuch zu tragen, nicht wirklich anfreunden. Ansonsten bin ich aber durchaus "anständig" angezogen, so dass man mich sogar schon in den Petersdom, andere italienische Kirchen und in Synagogen gelassen hat

. Die Frage brennt mir schon lange auf der Seele. Vor Jahren war ein Schulfreund von mir, ein frommer Katholik, in München. Dort ging er (ebenfalls "anständig" angezogen,langärmeliges Hemd, lange Hosen) in eine orthodoxe Kirche, in der sonst keine Besucher waren, und wollte eine Kerze anzünden, wie er es auch immer in katholischen Kirchen macht. Er war auf den ersten Blick sicherlich nicht als "Nichtorthodoxer" zu erkennen, und die Kerze hat er auch bezahlt, trotzdem schoss plötzlich ein alter Mann, wild einen Krückstock schwingend, auf ihn zu, schrie in einer Fremdsprache auf ihn ein (ich weiß nicht, ob auf Griechisch, Russisch oder einer anderen Sprache) und wirkte so bedrohlich, dass mein Schulfreund völlig verschreckt den Rückzug antrat, ohne zu wissen, was er falsch gemacht hatte

. Das war sein letzter Besuch in einer orthodoxen Kirche. Seitdem habe ich den Eindruck, dass orthodoxe Gotteshäuser diejenigen sind, in denen man am ehesten etwas Gravierendes falsch machen kann und traue mich nicht mehr hinein. Ich werde so ungern aus Kirchen geschmissen

und möchte natürlich auch nicht die Gefühle der orthodoxen Gläubigen verletzen. Vor dieser Episode war ich allerdings als Kind und Teenager mehrmals mit meinen Eltern in der orthodoxen Kirche auf dem Neroberg in Wiesbaden (nicht während eines Gottesdienstes, nur zum Besichtigen). Diese Besuche haben wir alle unbeschadet überstanden

, aber diese Kirche ist ein beliebtes Ausflugsziel, vielleicht ist man deshalb dort andersgläubige Besucher gewöhnt.
Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten.