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"Guter christlicher Beruf"

Verfasst: 01.07.2011, 14:50
von Mirjanin
Vielleicht habt ihr den Ausspruch auch schon mal gehört. Ich habe heute ein Gespräch mitbekommen, bei dem sich zwei ältere Herrschaften über den eigenen Nachwuchs unterhielten. Als der eine erklärte, dass sein Sohn ja Zimmermann sei, antwortete der Andere: "Ein guter christlicher Beruf." Ich vermute dieser Ausspruch bezieht sich darauf, dass unser Herr Jesus Christus ja ebenfalls als Zimmermann arbeitete.

Das hat mich dann überlegen lassen, was denn eigentlich "gute christliche Berufe" seien ? (Nein, nach der Tempelszene schätze ich das Geldwechsler keiner ist... 8) )

Was fällt euch zu dem Thema ein? Gibt es noch mehr "gute christliche Berufe"? Ist das Unsinn und erlaubt ist alles, so lange man bei der Ausübung nicht sündigt? Welche Berufe erfahren in der Bibel eine hohe Wertschätzung?

Das ist doch mal ein "praxisnahes" Thema ;)

Re: "Guter christlicher Beruf"

Verfasst: 01.07.2011, 18:15
von Wanda
Hallo Mirjanin,
das ist ein interessanter Gedanke. In der Bibel finden ja die Hirten und Fischer viel Beachtung, also müssten das auch christliche Berufe sein. Ansonsten könnte ich mir vorstellen das auch Krankenschwestern, Ärzte und Sozialarbeiter christliche Berufe ausüben, da sie Menschen helfen und somit christliche Nächstenliebe leben.
Mag sein, das der Mann von dem erzählt hast, das gar nicht so gemeint hat, aber es ist und bleibt ein wirklich interessanter Gedanke.
LG Wanda

Re: "Guter christlicher Beruf"

Verfasst: 01.07.2011, 21:40
von Lazzaro
Da fällt mir ein ehemaliger Bekannter ein, der sagte:
"Früher sagten mir die Leute ich sollte Pastor werden, jetzt bin ich Zimmermann."
Antwort: "... fast der gleiche Beruf ..."

Eigentlich sind fast alle Berufe "christlich", eas kommt darauf an, wie man ihn ausfüllt.
Traditionell NICHT christlich sind solche wie Z.B: solche, die etwas mit heidnischen Götterkulten zu tun haben. Als Christ soll man keine Shiva- oder Buddhastatuen herstellen oder verkaufen.
Da Beamte und Schauspieler nicht mehr den 12 olympischen "Göttern" opfern müssen, sind diese Berufe inzwischen koscher. Das war in der Anfangszeit des Christentumes nicht so.

In Christo
Lazzaro

Re: "Guter christlicher Beruf"

Verfasst: 02.07.2011, 09:39
von holzi
In den Apostolischen Konstitutionen steht da was drin, daß Huren und Hurenwirte, Wahrsager und Götzenschnitzer, Wagenrennfahrer und Gladiatoren diese Beschäftigung aufgeben sollten, bevor sie getauft werden könnten:
http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2156-14.htm hat geschrieben:Wenn einer Hurenwirt ist, so höre er auf, den Zutreiber zu machen, oder er werde zurückgewiesen. Eine Hure, die sich meldet, höre auf [zu huren], oder sie werde zurückgewiesen.

Ein Verfertiger von Götzenbildern soll, wenn er sich meldet, [sein Geschäft] aufgeben oder er werde zurückgewiesen.

Wenn aber ein Schauspieler herantritt oder eine Schauspielerin, oder ein Wagenlenker oder Schnellläufer, ein Gladiatorenmeister, ein Wettkämpfer oder ein Chorflötist oder ein Zitherspieler, oder ein Leierspieler oder ein Tänzer oder ein Wirt, so sollen sie [ihr Geschäft] aufgeben oder abgewiesen werden.

Wenn ein Soldat kommt, soll er belehrt werden, niemand unrecht zu tun, „nicht zu verleumden, mit seinem Solde zufrieden zu sein“ ; läßt er sich überreden, so werde er aufgenommen, widerspricht er, so soll er abgewiesen werden.

Re: "Guter christlicher Beruf"

Verfasst: 04.07.2011, 07:53
von Igor
Hallo zusammen,

ich möchte die Fragestellung sogar etwas erweitern. Nicht nur das was ist entscheidend, sondern auch das wie.

Das was, bzw. welcher Beruf christlich oder nicht ist, lässt sich vielleicht noch relativ einfach beantworten – alle Berufe, die von ihrem Inhalt her grundsätzlich nicht gegen die zehn Gebote verstoßen, würde ich dazu zählen. Natürlich gibt es Berufsgruppen, bei denen der Grundsatz „Liebe Deinen Nächsten“ (3.Mose 19,18) ganz oben auf der Agenda steht und die vielleicht am ehesten „christlich“ geprägt sind.

Das wie im Beruf ist aber mindestens eine genau so große Herausforderung, wie die Wahl des richtigen Berufs. Wie bringe ich nämlich das, was uns Christi und die Kirche lehren mit den nicht immer deckungsgleichen Gesetzen, denen eine (Markt-)Wirtschaft unterworfen ist, zusammen.

Beispiel:
Und wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem verweigere auch den Rock nicht.
Lk 6,29

Nicht immer wird derjenige, der dieses umzusetzen versucht, damit in seinem Umfeld Akzeptanz finden. :confused:

Übrigens, ein paar Gedanken rund um das Thema hatten wir auch schon mal in einem Parallelstrang diskutiert. Dort finden wir auch die Thesen des auf dem VIII. Gesamtrussischen Nationalkongress im Moskauer Danilov-Kloster (04.02.2004) verabschiedeten Dokuments „Verhaltensregeln zu ethischen Grundsätzen in der Wirtschaft“ (Übersetzung veröffentlicht in „Stimme der Orthodoxie“, Ausgabe 1/2004), welches – so denke ich –eine gute Hilfestellung bei der Beantwortung dieser Fragen gibt.

Es gibt auch in Deutschland einen Verband „Christen in der Wirtschaft“ (CIW e.V.). Dort laufen ganz interessante Veranstaltungen; der Verband wurde 1902 gegründet und ist im protestantisch-evangelischen Umfeld angesiedelt.

In Christo
Igor

Re: "Guter christlicher Beruf"

Verfasst: 04.07.2011, 08:51
von camy_d
Eine gute christliche Berufe, ist die Berufe, wo man nutzt die Talente, die man von Gott bekommt hat. Menschheit braucht alle Berufe, um zu entwickeln.

Re: "Guter christlicher Beruf"

Verfasst: 06.07.2011, 22:10
von Elvis
holzi hat geschrieben:In den Apostolischen Konstitutionen steht da was drin, daß Huren und Hurenwirte, Wahrsager und Götzenschnitzer, Wagenrennfahrer und Gladiatoren diese Beschäftigung aufgeben sollten, bevor sie getauft werden könnten:
http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2156-14.htm hat geschrieben:Wenn einer Hurenwirt ist, so höre er auf, den Zutreiber zu machen, oder er werde zurückgewiesen. Eine Hure, die sich meldet, höre auf [zu huren], oder sie werde zurückgewiesen.

Ein Verfertiger von Götzenbildern soll, wenn er sich meldet, [sein Geschäft] aufgeben oder er werde zurückgewiesen.

Wenn aber ein Schauspieler herantritt oder eine Schauspielerin, oder ein Wagenlenker oder Schnellläufer, ein Gladiatorenmeister, ein Wettkämpfer oder ein Chorflötist oder ein Zitherspieler, oder ein Leierspieler oder ein Tänzer oder ein Wirt, so sollen sie [ihr Geschäft] aufgeben oder abgewiesen werden.

Wenn ein Soldat kommt, soll er belehrt werden, niemand unrecht zu tun, „nicht zu verleumden, mit seinem Solde zufrieden zu sein“ ; läßt er sich überreden, so werde er aufgenommen, widerspricht er, so soll er abgewiesen werden.
Warum sollte ein Wirt sein geschäft aufgeben :o

Re: "Guter christlicher Beruf"

Verfasst: 07.07.2011, 06:42
von holzi
ElvisVrinic hat geschrieben:Warum sollte ein Wirt sein geschäft aufgeben :o
Dazu müsste ich das Berufsbild des Wirtes in der Antike besser kennen. Ich denke aber, daß es in den damaligen Tavernen eher sehr - äääh - freizügig zugegangen sein muss. Ich glaube nicht, daß der genannte Kanon einen Wirt im Sinne der modernen Gastronomie betrifft, sondern eher den Typ Nachtbar-, Diskobetreiber.

Re: "Guter christlicher Beruf"

Verfasst: 07.07.2011, 13:50
von Nikolaj
Ich denke auch, dass man jeden Beruf ausüben kann, außer natürlich einen, der direkt der Gebote der Kirche widerspricht.