Das Buch Enoch - wer weiß mehr?
Das Buch Enoch - wer weiß mehr?
bin kürzlich auf das Buch Enoch gestossen worden. Die Person, die es mir vorstellte, war seeeehr esoterisch angehaucht, was sofort die Alarmglocken losschlagen ließ. Laut ihr handle es sich um einen antiken, jüdischen Text, der zwischen 300 vor und 100 nach Christi Geburt entstanden sein soll. Laut dieser Person wird das Buch (H)enoch angeblich von den Äthiopiern als Teil des biblischen Kanons anerkannt. Und weil (O-Ton) "die ja auch Orthodoxe oder so sind" sei es für mich vielleicht auch interessant.
Wer hat weitere Informationen zum Inhalt und Status des Buchs in der Orthodoxie ?
Re: Das Buch Enoch - wer weiß mehr?
Lieben Gruß,
Nassos
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christodoulos
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- Registriert: 21.12.2008, 15:48
Re: Das Buch Enoch - wer weiß mehr?
Hallo,Mirjanin hat geschrieben:Liebe Community,
bin kürzlich auf das Buch Enoch gestossen worden. Die Person, die es mir vorstellte, war seeeehr esoterisch angehaucht, was sofort die Alarmglocken losschlagen ließ. Laut ihr handle es sich um einen antiken, jüdischen Text, der zwischen 300 vor und 100 nach Christi Geburt entstanden sein soll. Laut dieser Person wird das Buch (H)enoch angeblich von den Äthiopiern als Teil des biblischen Kanons anerkannt. Und weil (O-Ton) "die ja auch Orthodoxe oder so sind" sei es für mich vielleicht auch interessant.
Wer hat weitere Informationen zum Inhalt und Status des Buchs in der Orthodoxie ?
ich habe das Buch Henoch schon mal gelesen! Es wird viel über die Engel geschrieben usw. Es gehört zu den Apokryphen und wurde gern gelesen - obwohl so wie alle anderen Apokryphen - mit Vorsicht. Ist eben keine "Heilige Schrift".
Aber es gibt jüdische Traditionen bezüglich der Engellehre usw wieder.
In der Bibel werden solche Bücher manchmal indirekt erwähnt bzw. daraus zitiert zB Brief des Judas:
Es geht dabei um die jüdische Legende, dass die Dämonen mit dem Erzengel Michael um den Leichnam des Moses kämpften - eine alte jüdische Legende.Als der Erzengel Michael mit dem Teufel rechtete und über den Leichnam des Mose stritt, wagte er nicht, den Teufel zu lästern und zu verurteilen, sondern sagte: Der Herr weise dich in die Schranken.“
http://apokryphen.diebibel4you.de/henoch.html
INHALT:
Das Buch handelt einerseits von Henoch, der während seines irdischen Daseins in den Himmel entrückt wurde und dem so alle himmlischen und göttlichen Geheimnisse offenbart wurden, andererseits vom Fall der Engel.
Üblicherweise wird wie folgt gegliedert:
Einleitung (Kapitel 1–5)
Buch der Wächter (Kapitel 6–36)
Bildreden (Kapitel 37–71)
Astronomisches Buch (Kapitel 72–82)
Geschichtsbuch / Buch der Traumvisionen (Kapitel 83–90)
Erbauungsbuch / Mahnreden (Kapitel 91–108)
In der Einleitung wird Henoch als Prophet dargestellt, der eine Vision vom kommenden Gericht empfängt. Aus diesem Teil des Henochbuches (I,9) wird im Judasbrief zitiert.
Im Buch der Wächter wird zuerst erzählt, wie einige Engel um ihren Anführer Semjasa beschlossen hatten, auf der Erde Frauen zu nehmen (vgl. 1 Mos 6,1–4 ELB). Wie auch sonst in der Mythologie kann eine solche Vermischung zwischen der himmlischen und der irdischen Sphäre nicht gut ausgehen. Nachdem die Engel auf Erden sich beliebig Frauen genommen hatten, gebären diese daraufhin Riesen, welche die Erde verheeren. Dies löst bei Gott Zorn aus, so dass er die Engel aus dem Himmel verbannt und am Jüngsten Tag in einen Feuersee werfen will. Über die Erde wird Gott eine Sintflut ergehen lassen um die Riesen zu bekämpfen. Die Engel bitten Henoch, für sie durch eine Bittschrift bei Gott um Gnade zu flehen. Dieser Wunsch wird von Gott jedoch abgelehnt. Henoch muss danach wiederum als Bote fungieren und dieses den gestürzten Engeln mitteilen. Bei der anschließenden Himmelsreise Henochs wird ausführlich der Himmel und seine Umgebung geschildert, wo Henoch hin entrückt wurde. Es werden auch Hinweise auf einen Feuersee gezeigt, ein Motiv das dann in der Johannes-Offenbarung aufgenommen wird.
In den vermutlich später hinzugekommenen Bildreden wird viel vom Menschensohn gesprochen, unklar bleibt, ob damit der künftige Messias, den er an der rechten Seite des Thrones Gottes sieht, oder Henoch selbst gemeint ist.
Im sogenannten Astronomischen Buch wird von einer flachen Erde gesprochen, die auf Säulen ruht, der Mond und die Sonne finden sich an Fäden aufgehängt und kreisen um die Erde. Zwei Riesentiere, der Behemoth und der Leviathan, werden als männliches und weibliches Ungeheuer beschrieben, welche in der Wüste und im Meer leben.
Henoch kehrt noch einmal zur Erde zurück und erfährt in einem Traum, was seinem Enkel Noach widerfahren wird und wie dieser von der Sintflut errettet wird. In der sogenannten Tierapokalypse zeigt Gott dem bestürzten Henoch, was mit der Welt und dem Volk Israel bis zur Verbannung Judas nach Babylon passieren wird, dies alles symbolisch mit Tierbildern, dabei symbolisieren Schafe das Volk Israel. Den Traum erzählt er seinem Sohn Methusalem als Warnung. Schließlich wird er endgültig im Himmel aufgenommen.
- songul
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Re: Das Buch Enoch - wer weiß mehr?
Den alten Kirchenvätern der orthodoxen Kirche war es bekannt (es existiert eine altslawische Teilabschrift) aber es ist nicht im Kanon der approbierten Teile der Bibel enthalten.
Überhaupt war die Wiederentdeckung der Schrift nur über die ätiopische Kirche möglich, da die die einzige sind die eine komplette Abschrift in altätiopisch haben.
Das Buch ist sehr mystisch angehaucht, hat viel über Engel enthalten und ist deshalb bei Eso-Freaks der Engelszene und auch bei UFO-Anhängern sehr beliebt.
Das sieht allerdings die altorientalische Kirche Ostafrikas überhaupt nicht so und die verwenden das Buch so wie sie andere alttestamentarische Schriften auch verwenden.
Man sollte sich im Klaren sein, dass die damaligen Konzilien - abgesehen dass sie sowieso vom Heiligen Geist geleitet waren, wie wir glauben - nicht ohne Grund viele der apokryphen Schriften abgelehnt haben, wohl wissend, welchen Schaden sie anrichten können.
In unserer heutigen Zeit ist das besonders deutlich, wo jeder sich sein Christentum selbst zusammen zimmert und gerade diese Apokryphen dann eine erhebliche Rolle spielen.
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christodoulos
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Re: Das Buch Enoch - wer weiß mehr?
Wenn man diese Stelle hernimmt, widerspricht das der Lehre der Hl. Väter. Denn NIEMALS haben sich Engel mit Menschen verbunden. Die Gottessöhne waren die Nachkommen Seths während die Frauen der "Menschen" die Nachkommen des Kain waren. Diese lebten strikt getrennt und bis dahin gab es keine Vereinigung unter diese beiden Gruppen. Darum sagt auch die Bibel - die Gottessöhne wären "herabgestiegen" - denn diese lebten im Gebirge usw.Im Buch der Wächter wird zuerst erzählt, wie einige Engel um ihren Anführer Semjasa beschlossen hatten, auf der Erde Frauen zu nehmen (vgl. 1 Mos 6,1–4 ELB). Wie auch sonst in der Mythologie kann eine solche Vermischung zwischen der himmlischen und der irdischen Sphäre nicht gut ausgehen. Nachdem die Engel auf Erden sich beliebig Frauen genommen hatten, gebären diese daraufhin Riesen, welche die Erde verheeren. Dies löst bei Gott Zorn aus, so dass er die Engel aus dem Himmel verbannt und am Jüngsten Tag in einen Feuersee werfen will. Über die Erde wird Gott eine Sintflut ergehen lassen um die Riesen zu bekämpfen.
Es heißt auch, dass die Nachkommen Kains sehr klein waren, während die Nachkommen Seths gut "gebaut" und stark an Kraft waren. Als sie sich nun verbanden - waren es Riesen - in den Augen der Nachkommen Kains.
So haben das die Väter ausgelegt. Eine Vermischung von Engelnatur und Menschennatur IST UNMÖGLICH! (man sieht - man kann das Buch lesen - aber mir Vorsicht).
Re: Das Buch Enoch - wer weiß mehr?
Die kanonischen Bücher der Heiligen Schrift gehen alle auf die Apostel zurück. Sie sind gotteingegeben aufgenomen worden.
Daran sollten wir uns richten und einstellen.
Die Apokryphen spielen, so denke ich, für das Seelenheil keine Rolle und das Buch Enoch gehört dazu.
Das Buch Enoch ist nicht Teil des Kanons der Hl. Orthodoxen Kirche.
Ich denke, es ist nicht weiterhin unsere Aufgabe uns näher mit den Apokryphen zu befassen.
Ich betrachte daher diese Frage als beantwortet und schließe den Strang. Vielen Dank!