Neues aus der Autokephalen Kirche von Zypern
Verfasst: 21.12.2011, 21:00
Zypern: Orthodoxie verurteilt Rede von jüdischer Kollektivschuld
21. Dezember 2011
Gemeinsame Erklärung von Erzbischof Chrysostomos und Großrabbiner Metzger - Kirche von Zypern ist erste orthodoxe Landeskirche, die eine solche Erklärung abgibt
Nikosia, (KAP) Der Primas der orthodoxen Kirche von Zypern, Erzbischof Chrysostomos (Dimitriou), und der israelische Großrabbiner Yona Metzger haben eine gemeinsame feierliche Erklärung unterzeichnet, in der die Theorie einer jüdischen "Kollektivschuld" am Tod Jesu als absolut illegitim zurückgewiesen wird. Es handelt sich um die erste offizielle Erklärung einer orthodoxen Kirche in diesem Sinn, berichtete die Stiftung "Pro Oriente" in Wien. Die "Kollektivschuld"-Theorie hatte wesentlich zur Entwicklung des religiösen Antisemitismus beigetragen.
Wörtlich heißt es in der in Nicosia unterzeichneten Erklärung: "Wir, der Großrabbiner von Israel, Yona Metzger, und der Erzbischof von Zypern, Chrysostomos, danken Gott für die Entwicklung des gegenseitigen Respekts zwischen unseren Gemeinschaften und betonen unseren Einsatz für die Entwicklung der ausgezeichneten Beziehungen zwischen Zypern und Israel."
In der Erklärung wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass die Kirche von Zypern in ihrer Geschichte sich nie die "Kollektivschuld"-Theorie zu eigen gemacht oder das Existenzrecht der jüdischen Gemeinschaft negiert hatte. Zugleich wird daran erinnert, dass der "Proselytismus" (die Abwerbung von Gläubigen) "unvereinbar mit dem gegenseitigen Respekt" sei.
Außerdem betont die Erklärung die gemeinsame Lehre von Judentum und Christentum über die Heiligkeit des Lebens. Auf diesem Hintergrund verurteilen der zypriotische Erzbischof und der israelische Großrabbiner "alle Handlungen, die sich gegen diese Heiligkeit richten, insbesondere alle Akte der Gewalt und des Terrorismus gegen Schuldlose, vor allem wenn diese Akte den Namen Gottes und die Religion missbrauchen".
Yona Metzger sagte vor Journalisten, die Kirche von Zypern habe eine "mutige Erklärung" abgegeben. Seitens der jüdischen Gemeinschaft bestehe die Hoffnung, dass auch mit anderen orthodoxen Kirchen, wie mit der Kirche von Griechenland oder dem Moskauer Patriarchat, ähnliche Vereinbarungen folgen werden.
Die orthodoxe Nachrichtenagentur SOP hat in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass der frühere Moskauer Patriarch Aleksij II. bereits im November 1991 in New York vor führenden Rabbinern eine Rede unter dem Titel "Eure Propheten sind unsere Propheten" gehalten hatte. In dieser Rede hatte der Patriarch den Antisemitismus scharf verurteilt und zugleich an die zahlreichen orthodoxen Christen erinnert, die sowohl während der antijüdischen Pogrome im zaristischen Russland als auch während der Shoah jüdische Mitbürger gerettet hatten. Drei Jahre später wiederholte Aleksij II. diese Feststellungen in Moskau bei einem Gedenkabend für die Opfer der Shoah. "Der Antisemitismus muss entschlossen bekämpft und von der Gesellschaft kategorisch zurückgewiesen werden", sagte der Patriarch damals.
21. Dezember 2011
Gemeinsame Erklärung von Erzbischof Chrysostomos und Großrabbiner Metzger - Kirche von Zypern ist erste orthodoxe Landeskirche, die eine solche Erklärung abgibt
Nikosia, (KAP) Der Primas der orthodoxen Kirche von Zypern, Erzbischof Chrysostomos (Dimitriou), und der israelische Großrabbiner Yona Metzger haben eine gemeinsame feierliche Erklärung unterzeichnet, in der die Theorie einer jüdischen "Kollektivschuld" am Tod Jesu als absolut illegitim zurückgewiesen wird. Es handelt sich um die erste offizielle Erklärung einer orthodoxen Kirche in diesem Sinn, berichtete die Stiftung "Pro Oriente" in Wien. Die "Kollektivschuld"-Theorie hatte wesentlich zur Entwicklung des religiösen Antisemitismus beigetragen.
Wörtlich heißt es in der in Nicosia unterzeichneten Erklärung: "Wir, der Großrabbiner von Israel, Yona Metzger, und der Erzbischof von Zypern, Chrysostomos, danken Gott für die Entwicklung des gegenseitigen Respekts zwischen unseren Gemeinschaften und betonen unseren Einsatz für die Entwicklung der ausgezeichneten Beziehungen zwischen Zypern und Israel."
In der Erklärung wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass die Kirche von Zypern in ihrer Geschichte sich nie die "Kollektivschuld"-Theorie zu eigen gemacht oder das Existenzrecht der jüdischen Gemeinschaft negiert hatte. Zugleich wird daran erinnert, dass der "Proselytismus" (die Abwerbung von Gläubigen) "unvereinbar mit dem gegenseitigen Respekt" sei.
Außerdem betont die Erklärung die gemeinsame Lehre von Judentum und Christentum über die Heiligkeit des Lebens. Auf diesem Hintergrund verurteilen der zypriotische Erzbischof und der israelische Großrabbiner "alle Handlungen, die sich gegen diese Heiligkeit richten, insbesondere alle Akte der Gewalt und des Terrorismus gegen Schuldlose, vor allem wenn diese Akte den Namen Gottes und die Religion missbrauchen".
Yona Metzger sagte vor Journalisten, die Kirche von Zypern habe eine "mutige Erklärung" abgegeben. Seitens der jüdischen Gemeinschaft bestehe die Hoffnung, dass auch mit anderen orthodoxen Kirchen, wie mit der Kirche von Griechenland oder dem Moskauer Patriarchat, ähnliche Vereinbarungen folgen werden.
Die orthodoxe Nachrichtenagentur SOP hat in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass der frühere Moskauer Patriarch Aleksij II. bereits im November 1991 in New York vor führenden Rabbinern eine Rede unter dem Titel "Eure Propheten sind unsere Propheten" gehalten hatte. In dieser Rede hatte der Patriarch den Antisemitismus scharf verurteilt und zugleich an die zahlreichen orthodoxen Christen erinnert, die sowohl während der antijüdischen Pogrome im zaristischen Russland als auch während der Shoah jüdische Mitbürger gerettet hatten. Drei Jahre später wiederholte Aleksij II. diese Feststellungen in Moskau bei einem Gedenkabend für die Opfer der Shoah. "Der Antisemitismus muss entschlossen bekämpft und von der Gesellschaft kategorisch zurückgewiesen werden", sagte der Patriarch damals.