Ich erlaube mir mal diesen Beitrag von Werner Reichel (Jahrgang 1966, Publizistik- und Ethnologiestudium an der Universität Wien, Radiojournalist und Autor, Lektor an der Journalismus-FH in Wien) reinzustellen, der m.E. die gegenwärtige Stimmung und Erwartungshaltung sehr gut einfängt:
Millionen wollen noch nach Europa“, titelt ein Boulevardblatt. Nicht, dass das etwas Neues wäre, nicht, dass ich das nicht längst gewusst hätte, doch die dicke Schlagzeile auf der Titelseite ruft mir wieder ins Bewusstsein, was ich, was ganz Europa nicht wahrhaben will, nämlich, was das letztendlich bedeutet: Chaos und Krieg. Wobei Krieg nicht einmal der Worst Case ist.
Ein Teil der Europäer ist nicht willens, der andere nicht mehr in der Lage, diese Völkerwanderung zu stoppen. Daran ändert auch das seit einigen Tagen geschäftige und nervöse Treiben der Politiker in Brüssel, Berlin und Wien nichts. Sie täuschen ihren Untertanen lediglich politische Handlungsfähigkeit und Kompetenz durch halbherzige Alibiaktionen vor. Die einen feiern, völlig berauscht von Mitgefühl, Menschlichkeit und Nächstenliebe, eine riesige Multikulti-Party, bei der jeder der vielen Tausenden ankommender junger Muslimmänner (sie machen 80 Prozent aller Asylwerber aus, auch wenn die Mainstreammedien vor allem die wenigen Frauen und Kinder formatfüllend ins Bild rücken) freudig willkommen geheißen wird. Sie gelten als große Bereicherung für unsere Gesellschaft, unsere Kultur und die Wirtschaft. Gefahren gibt es keine, nur noch Chancen.
Die Multikulti-Apologeten haben ihren Verstand vollkommen ausgeschaltet. Zahlen, Daten, Fakten, Empirie, Geschichte, wen interessiert das schon auf einer ausgelassenen Party? Es zählen nur noch Gefühle, Stimmungen, Emotionen, alle negativen Begleiterscheinungen der Massenzuwanderung, die bereits jetzt massiv zutage treten, werden ignoriert und geleugnet. Man stellt sich nicht einmal die Frage, wie viele Zuwanderer Europa noch verkraften kann, bis alles wie ein Kartenhaus zusammenbricht.
Was soll‘s, hereinspaziert, hereinspaziert, die Stimmung ist gerade so prächtig. Kritik an der unkontrollierten Zuwanderung wird geächtet, auch nur über deren Folgen oder über die nächste Woche hinauszudenken gilt bereits als schwer rassistisch. Wer jetzt nicht mitfeiert, ist ein faschistischer Miesepeter und Modernisierungsverlierer. Ganz Europa soll zu einem gigantischen All-Inclusive-Flüchtlingsheim werden, ein nie enden wollendes fröhlich-buntes Multikulti-Straßenfest, auf dem Konstantin Wecker musiziert:
„Ich hab einen Traum, wir öffnen die Grenzen
und lassen alle herein.
Vielleicht wird es eng? Wir rücken zusammen,
versenken die Waffen im Meer,
wir reden und singen und tanzen und lachen
und das Herz ist uns nicht mehr schwer.“
Und der „Spiegel“ lässt auf seinem aktuellen Cover angesichts der vielen eintreffenden Partygäste 99 bunte Luftballons steigen. Fröhlichkeit, wohin man schaut. Eine andere Gruppe sieht dem infantilen Treiben wortlos zu und erkennt bereits die dunklen Wolken am Horizont, aber sie tut nicht mehr als die Faust in der Hosentasche ballen. Man ist zu faul, zu feige und außerdem läuft gerade der Wohnungskredit und was, wenn der Chef etwas erfahren würde? Nein, dann doch lieber das Maul halten.
Und dann sind da noch jene, die von den enthusiasmierten Multikulti-Partypeople als Pack, Dreck, Abschaum, Dunkeldeutschland, degenerierte Menschendarsteller und Nazis bezeichnet werden. Das sind all jene, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht mitfeiern und auch nicht stillhalten wollen. Politik, Mainstreammedien und der Rest der Gutmenschenkamarilla versuchen diesen Teil der Bevölkerung als möglichst groß und gefährlich darzustellen, schon alleine deshalb, um den eigenen Kampf gegen die Mächte des Bösen heroischer darstellen zu können. Der politisch korrekte Mainstream versucht sich krampfhaft als verfolgte Minderheit darzustellen, was angesichts der tatsächlichen Macht- und Mehrheitsverhältnisse ziemlich lächerlich wirkt. Denn es gibt viel weniger Pack, als sich das die Multikulti-Apologeten insgeheim wünschen.
Denn wenn die Lage kippt, und das wird sie in absehbarer Zeit, wird es ungemütlich in Europa. Wenn die Infrastruktur zusammenbricht, wenn die Sozialstaaten pleite sind und es kein (Schutz-) Geld mehr zu verteilen und zu verschenken gibt, wenn die Polizei personell nicht mehr in der Lage ist, für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen, wenn der Brain-Drain weiter anhält, wenn sich die muslimischen Neoeuropäer nicht mehr mit Kleiderspenden der Caritas zufriedengeben und einen europäischen Lebensstandard einfordern, ohne eine entsprechende Gegenleistung erbringen zu können und zu wollen…
Kurz, wenn dem Gastgeber die Getränke ausgehen und das Büfett leergeräumt ist, dann ist auch die lustige Multikulti-Party ganz plötzlich vorbei und die Verteilungskämpfe beginnen.
Die Guten und Gerechten werden lautstark nach dem „Pack“ rufen und verzweifelt feststellen, dass diese brutalen, menschenverachtenden und empathielosen Kreaturen vor allem in ihrer eigenen Phantasie existiert haben. Dann werden die Frauen plötzlich all jene Eigenschaften an ihren Männern schmerzlich vermissen, die sie ihnen Jahre und Jahrzehnte lang abtrainiert haben, und sie müssen feststellen, dass man einen schwurbelnden Softie nicht auf Knopfdruck in einen Kämpfer verwandeln kann. Und viele werden erkennen, dass man als Single ziemlich alleine ist.
Die Europäer stehen, wenn es zu den vorprogrammierten Verteilungskämpfen und religiös/ethnischen Konflikten kommt, nackt, wehr- und hilflos da. Aus den Kasernen sind längst Flüchtlingsheime geworden, die Heere schon lange nicht mehr einsatz- und kampfbereit. Wie gesagt, Krieg ist nicht der Worst Case.
Es bröckelt mittlerweile an allen Ecken und Enden. Das Christentum ist im Westen geistig und moralisch verkümmert, wie ein verdorrter Ast, und kurz davor abzufallen. Niemand trägt mehr persönliche Verantwortung, alles wird von nebelösen Gremien, Kommissionen und Arbeitsgruppen entschieden. Die großen Persönlichkeiten, die in solch einer Situation aufstehen und Gegenlenken, gibt es nicht mehr. So ähnlich muss sich der Untergang des Römischen Weltreichs angefühlt haben.