Genaue Darlegung des Orthodoxen Glaubens
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christodoulos
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Genaue Darlegung des Orthodoxen Glaubens
Wir sagen: Christus sitzet körperlich zur Rechten Gottes, des Vaters, allein wir lehren keine örtliche Rechte des Vaters. Denn wie sollte der Unumschriebene eine örtliche Rechte haben? Eine Rechte und Linke haben ja nur umschriebene Wesen. Nein, unter der Rechten des Vaters verstehen wir die Herrlichkeit und die Ehre der Gottheit, in welcher der Sohn Gottes als Gott und wesensgleich mit dem Vater von Ewigkeit existiert und in der er nun, nachdem er in den letzten Zeiten Fleisch geworden, auch körperlich sitzt, da sein Fleisch mitverherrlicht ist. Denn er wird mit seinem Fleisch in einer Anbetung von der ganzen Schöpfung angebetet.
Genaue Darlegung des Orthodoxen Glaubens; Hl. Johannes von Damaskus
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christodoulos
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Gebet ist ein Aufstieg des Geistes zu Gott oder eine Bitte an Gott ums Zukömmliche. Wie war es also möglich, daß der Herr bei Lazarus und zur Zeit des Leidens betete? Denn seine heilige Vernunft [νοῦς] die doch ein für allemal hypostatisch mit dem Gott-Logos geeint war, bedurfte weder eines Aufstieges zu Gott noch einer Bitte an Gott, Christus ist ja einer. Nein, [er betete,] weil er unsere Stelle vertrat, das Unsrige in sich nachbildete, uns ein Muster wurde, uns lehrte, Gott zu bitten und uns zu ihm zu erheben, und durch seine heilige Vernunft uns den Weg zum Aufstieg zu Gott bahnte. #
Denn wie er die Affekte auf sich nahm, um uns den Sieg über sie zu geben, so betete er auch, wie gesagt, um uns den Weg zum Aufstieg zu Gott zu bahnen und "für uns alles, was recht ist, zu tun" wie er zu Johannes sagte, und seinen Vater mit uns zu versöhnen und diesen als Grund und Prinzip zu ehren und zu zeigen, daß er kein Gottesfeind ist. Denn als er im Falle Lazarus sagte: "Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast. Ich wußte, daß du mich allezeit erhörest, aber wegen der Menge, die hier steht, habe ich es gesagt, damit sie erkennen, da du mich gesandt hast", ist da nicht für alle ganz klar, daß er dieses sagte, um seinen Vater als sein Prinzip zu ehren und zu zeigen, daß er kein Gottesfeind ist?
Als er aber sagte: "Vater, wenn es möglich ist, so laß diesen Kelch an mir vorübergehen. Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst", ist es da nicht jedem klar, daß er uns lehrt, in den Prüfungen von Gott allein die Hilfe zu erflehen und den göttlichen Willen dem unsrigen vorzuziehen, und zeigt, daß er sich wirklich unsere Natur angeeignet und daß er in Wahrheit zwei natürliche, seinen Naturen entsprechende, aber nicht entgegengesetzte Willen besaß? "Vater," sprach er als wesensgleich, "wenn es möglich ist." Nicht als ob er es nicht wußte — was wäre auch Gott unmöglich? — sondern um uns zu unterweisen, den göttlichen Willen dem unsrigen vorzuziehen. Denn nur das ist unmöglich, was Gott nicht will und nicht zuläßt. "Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst." Als Gott ist er zwar gleichen Willens mit dem Vater. Als Mensch aber zeigt er naturgemäß den Willen der Menschheit. Dieser verschmäht naturgemäß den Tod.
Das Wort aber: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?", sprach er, weil er unsere Stelle vertrat. Denn der Vater ist nur dann sein Gott, wenn er [= Christus] uns gleichgestellt ist, wobei man durch feine Verstandesvorstellungen das Sichtbare vom Geistigen sondert. Außerdem ward er nie von seiner eigenen Gottheit verlassen, sondern wir waren die Verlassenen und Verachteten. Daher betete er dieses, weil er unsere Stelle vertrat.
Re: Genaue Darlegung des Orthodoxen Glaubens
Und zu unserem Glauben gibt es eine ganz tolle Serie von Podcasts bei www.ancientfaith.com , Orthodoxy and Heterodoxy, aber ist natürlich englisch.
Re:
christodoulos hat geschrieben:XXIV. KAPITEL. Vom Gebet des Herrn.
Gebet ist ein Aufstieg des Geistes zu Gott oder eine Bitte an Gott ums Zukömmliche. Wie war es also möglich, daß der Herr bei Lazarus und zur Zeit des Leidens betete? Denn seine heilige Vernunft [νοῦς] die doch ein für allemal hypostatisch mit dem Gott-Logos geeint war, bedurfte weder eines Aufstieges zu Gott noch einer Bitte an Gott, Christus ist ja einer. Nein, [er betete,] weil er unsere Stelle vertrat, das Unsrige in sich nachbildete, uns ein Muster wurde, uns lehrte, Gott zu bitten und uns zu ihm zu erheben, und durch seine heilige Vernunft uns den Weg zum Aufstieg zu Gott bahnte. #
Denn wie er die Affekte auf sich nahm, um uns den Sieg über sie zu geben, so betete er auch, wie gesagt, um uns den Weg zum Aufstieg zu Gott zu bahnen und "für uns alles, was recht ist, zu tun" wie er zu Johannes sagte, und seinen Vater mit uns zu versöhnen und diesen als Grund und Prinzip zu ehren und zu zeigen, daß er kein Gottesfeind ist. Denn als er im Falle Lazarus sagte: "Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast. Ich wußte, daß du mich allezeit erhörest, aber wegen der Menge, die hier steht, habe ich es gesagt, damit sie erkennen, da du mich gesandt hast", ist da nicht für alle ganz klar, daß er dieses sagte, um seinen Vater als sein Prinzip zu ehren und zu zeigen, daß er kein Gottesfeind ist?
Als er aber sagte: "Vater, wenn es möglich ist, so laß diesen Kelch an mir vorübergehen. Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst", ist es da nicht jedem klar, daß er uns lehrt, in den Prüfungen von Gott allein die Hilfe zu erflehen und den göttlichen Willen dem unsrigen vorzuziehen, und zeigt, daß er sich wirklich unsere Natur angeeignet und daß er in Wahrheit zwei natürliche, seinen Naturen entsprechende, aber nicht entgegengesetzte Willen besaß? "Vater," sprach er als wesensgleich, "wenn es möglich ist." Nicht als ob er es nicht wußte — was wäre auch Gott unmöglich? — sondern um uns zu unterweisen, den göttlichen Willen dem unsrigen vorzuziehen. Denn nur das ist unmöglich, was Gott nicht will und nicht zuläßt. "Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst." Als Gott ist er zwar gleichen Willens mit dem Vater. Als Mensch aber zeigt er naturgemäß den Willen der Menschheit. Dieser verschmäht naturgemäß den Tod.
Das Wort aber: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?", sprach er, weil er unsere Stelle vertrat. Denn der Vater ist nur dann sein Gott, wenn er [= Christus] uns gleichgestellt ist, wobei man durch feine Verstandesvorstellungen das Sichtbare vom Geistigen sondert. Außerdem ward er nie von seiner eigenen Gottheit verlassen, sondern wir waren die Verlassenen und Verachteten. Daher betete er dieses, weil er unsere Stelle vertrat.
Alles klar, da wäre ich nie draufgekommen dass das so gemeint war.
Also, Jesus Christus ist ja Gott. Und wie ich das jetzt verstanden habe hat Jesus nur gebetet damit wir wissen wie wir Gott anbeten sollen?
Ich komme jetzt gerade durcheinander. Wieso betet Jesus der doch Gott IST zu Gott ?
Dümmste Frage in euren Augen vielleicht aber ich habe die Bibel noch nicht durch... aber nehme schon das große Mysterium.
bewundernswert und verherrlicht ist der Herr in die Äonen der
Äonen!“
Re: Genaue Darlegung des Orthodoxen Glaubens
Als angeblicher Gegenbeweis der Göttlichkeit Jesu Christi wird außer diesem, das er betete, oft auch das "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" angeführt, das von ihm, als er am Kreuze hing, zu hören war. Nur ist das der Anfang von Psalm 22, und wie wir wissen, wurden und werden Pslame schon früher und noch heute in Notlagen gebetet von den Gläubigen Gottes. Da Er nunmal auch Mensch ist und zwar perfekter Mensch, wundert es noch jemanden?
Re: Genaue Darlegung des Orthodoxen Glaubens
Man darf bezüglich seines Erdendaseins nie das Menschliche bzw. das Göttliche in Ihm vergessen.
ich hatte erst kürzlich auch die Frage in diese Richtung gestellt. Wenn man die Apostelgeschichte liest, könnte man meinen, dass Jesus ein von Gott Auserwählter gewesen ist. Aber genau darauf wurde ich hingewiesen.
Der Glaube an die zwei Naturen in Christus symbolisieren wir mit dem Ringfinger und dem kleinen Finger, wenn wir uns bekreuzigen.
Re: Genaue Darlegung des Orthodoxen Glaubens
hallo nassos,Nassos hat geschrieben:Genau das ist der wesentliche Punkt: die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Wenn ER nicht gebetet hätte zu Gott, dann wer sonst?
Man darf bezüglich seines Erdendaseins nie das Menschliche bzw. das Göttliche in Ihm vergessen.
ich hatte erst kürzlich auch die Frage in diese Richtung gestellt. Wenn man die Apostelgeschichte liest, könnte man meinen, dass Jesus ein von Gott Auserwählter gewesen ist. Aber genau darauf wurde ich hingewiesen.
Der Glaube an die zwei Naturen in Christus symbolisieren wir mit dem Ringfinger und dem kleinen Finger, wenn wir uns bekreuzigen.
darf ich fragen, ob sich alle orthodoxen christen gleich bekreuzigen (3 finger, stirn, bauch, rechts, links) ?
bei einer dokumentation über das christentum sah ich, wie armenier zuerst von links und dann von rechts das kreuzzeichen machten. vielleicht waren es armenisch-katholische christen? leider war das nicht auszumachen.
wie machen orientalisch-orthodoxe christen (z.b.: kopten und syr.orthodoxe christen) und armenische christen das kreuzzeichen?
lg
elyas
Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt! (Mt 28,20)
Re: Genaue Darlegung des Orthodoxen Glaubens
ich weiß zwar nicht mehr, was genau hierzu geschrieben wurde, aber schau mal
Lieben Gruß,
Nassos
Re: Genaue Darlegung des Orthodoxen Glaubens
Nassos hat geschrieben:Hallo elyas,
ich weiß zwar nicht mehr, was genau hierzu geschrieben wurde, aber schau malin diesem Strang. Wenn mehr Fragen existieren, einfach dort weitermachen.
Lieben Gruß,
Nassos
dankeschön für die weiterleitung =)
lg
elyas
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