Was bedeutet es Christ zu sein?
Was bedeutet es Christ zu sein?
Wann ist ein Christ ein Christ?
Wenn er sich selbst dafür hält?
Wenn er regelmäßig die Kirche besucht? (welche auch immer)
Wenn er sich sozial engagiert, sich den Bedürftigen zuwendet?
Wenn er glaubt und alles für wahr hält, was in der Bibel steht?
Wenn er sich bemüht moralische Standarts einzuhalten?
Ist ein Christ jemand, der zu Jesus Christus gehört? Was bedeutet das?
Wieviele Christen gibt es aktuell? 2,1 Milliarden?
Und sind wir nicht vom Weltfrieden weiter entfernt als je zuvor?
LG Hanna
Das Problem beim "Weltfrieden" ist, das dann jeder für sich, an sich selbst arbeiten muss! Jeder muss sich dafür von seiner Schlechtigkeit lösen... Somit ist der Versuch, die eigene Seele zu retten sogar schon eine soziale Verantwortung... wenn man mich fragt...
eine sehr gute Frage, die ich erst jetzt gesehen habe. Ich wundere mich etwas, dass hier noch fast nichts gekommen ist, bei anderen Themen schreibt man sich ja auch die Finger wund.
Ich bin nicht katechetisch geschult. Zu meiner Schande muss ich eingestehen, dass ich theologisch nicht definieren könnte, was die Essenz ist, ein Christ zu sein. Bei mir käme es mehr aus dem Herzen, als aus Schriften...
Ganz generell hätte ich gesagt, kommt es auf die Liebe an. Die Liebe zu Gott, die Liebe zur Schöpfung, die Liebe zum Nächsten. Dessen bin ich mir auch ohne Katechese sehr sicher. In der Liebe wird die Wurzel für alle Antworten liegen.
Ob man sich selber so sieht? Das persönliche Eigenbild spielt immer eine wesentliche Rolle, aber man darf sich nicht nur darauf beschränken, hätte ich gesagt.
Ein Priester oder ein geistlicher Vater ist mit einzuschließen, denn er kann uns in dieser Sache führen und beraten. Eigentlich eine prima Hilfestellung dazu.
Auch die Moral und Ethik gehört sicher dazu, doch unterliegen sie dem Wandel der Zeiten und sind kulturell abhängig. Das wird somit auch hier eine wesentliche Rolle spielen.
Die moralischen Standars waren vor 300 Jahren bestimmt andere als heute, somit würde ich sagen, versuchen wir einfach aus heutiger Sicht Gedanken zu der Fragestellung zu fassen.
Das sind mal so meine ersten Gedanken. Je länger man über Deine Fragen nachdenkt, liebe Hanna, desto mehr erkennt man die Tiefgründigkeit für sich selber, so simpel die Fragen sich auch anhören. Für mich gehört die Fragestellung zu den besten im Forum.
Ich werde diese daher mitnehmen, und mal versuchen, mit verschieden Leuten darüber zu reden.
Ich werde mich auf Christen beschränken, denn ich nehme an, Du meinst das Eigenbild - und nicht etwa, wie Nichtchristen darauf antworten würden.
Hoffentlich werden hier noch weitere Beiträge geschrieben, dieser Thread könnte eine sehr gute Selbstreflexion sein, zu guten Gedanken anstoßen und somit sich zu etwas Großartigem entwickeln.
Good luck und vielen Dank.
Nassos
Lieber Nassos,
schön daß du beim „Stöbern“ über meine Frage gestolpert bist.
Offen gestanden, war ich auch erstaunt, bzw. etwas enttäuscht, dass außer Loukia niemandem etwas einfiel zu diesem Thema. Und du hast auch schon gemerkt, die Antwort fällt nicht leicht. Aber sie ist doch essentiell. Sicher nicht nur für mich.
Finden sich Nächstenliebe und moralisches Handeln nicht auch in anderen Religionen?
Das Unterscheidende des christlichen Handelns, ist die Nachfolge Christi. Also die bewußte persönliche Verbindung mit Jesus Christus. Oder? Was versteht ihr darunter?
Liebe zur Schöpfung? Wie geht die Menschheit um, mit dieser Schöpfung? Wie schlecht verwalten wir diese Gottesgabe.
Tiere landen nicht als "Billigbrutzler" auf meinem Teller. Aber das hatten wir auch schon. Gilt nicht als explizit christlich. Obwohl die frühen Christen etwas anderes sagen.
In Deutschland jedenfalls leeren sich die Kirchen. Religionsunterricht gibt es wohl auch nicht mehr als Pflichtfach. Ich bin da nicht mehr involviert. Hatte nur etwas gelesen über das Scheitern von "Pro-Reli". Wer soll eigentlich irgendwann noch wissen, was Christentum bedeutet, geschweige denn Orthodoxie?
Alternativ wird Ethik unterrichtet.
Das wäre sehr schön und hilfreich. Auf geht`sNassos hat geschrieben:
Hoffentlich werden hier noch weitere Beiträge geschrieben, dieser Thread könnte eine sehr gute Selbstreflexion sein, zu guten Gedanken anstoßen und somit sich zu etwas Großartigem entwickeln.
Nassos
LG Hanna
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Anastasis+
- Beiträge: 424
- Registriert: 16.12.2008, 15:33
- Religionszugehörigkeit: griechisch-orthodox
- Wohnort: Wien
Christos ist auferstanden!Wann ist ein Christ ein Christ?
Wenn er sich selbst dafür hält?
Wenn er regelmäßig die Kirche besucht? (welche auch immer)
Wenn er sich sozial engagiert, sich den Bedürftigen zuwendet?
Wenn er glaubt und alles für wahr hält, was in der Bibel steht?
Wenn er sich bemüht moralische Standarts einzuhalten?
Ist ein Christ jemand, der zu Jesus Christus gehört? Was bedeutet das?
Hmmm....gute Frage meine liebe Schwester!
Schwierig eine pointierte Antwort zu formulieren...
Ich glaube, dass Christen diejenigen Menschen sind, die unserem von den Toten auferstandenen Herrn und Gott, Jesus Christus, nachfolgen.
Das "Nachfolgen" beziehe ich vor allem auf Christis Worte:
34 Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.
35 Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt. (Joh, Kap. 13)
Und natürlich diejenigen, die auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft sind.
En Christo
meine Zuflucht der Sohn,
mein Schutz der Heilige Geist.
Heilige Dreiheit, Ehre sei dir.
schön, dass sich hier was tut, das freut mich sehr für Hanna, die die richtige Frage gestellt hat.
Danke allen, die nun doch mitmachen.
Zur Moral möchte ich mich kurz äußern. Natürlich findet sich diese auch außerhalb des Christentums und selbstverständlich auch außerhalb von Religionen. Die Moral ist etwas grundlegend menschliches, sie wohnt jedem Menschen inne, bzw. ein gewisser Grundlevel ist dem Menschen angeboren.
Später mögen sich Erziehung, Umwelt und Erfahrungen darauf verstärkend oder vernichtend auswirken, aber die Grundessenz ist da.
Im Christentum jedoch wird besonders durch das Element der Liebe darauf hingewiesen. Ich weiß nicht, wie stark dieses Element in anderen Religionen ist - und vor allem beschränke ich Liebe nicht nur auf Barmherzigkeit, sondern Liebe im Herzen, und ja, auch die Selbstaufopferung. Genau das scheint mir ein Punkt zu sein, der ein starkes Charakteristikum des Christentums ist.
(Kurze Anmerkung: was in der Geschichte im Namen der Kirche passiert ist, wird hier nicht schöngeredet. Aber ob das die Kirche gewesen sein soll, die sich Christus gewünscht hat, lass ich dahingestellt sein)
Ich weiß nicht, ob andere Religionen - und mögen es auch solche sein, die ausgestorben sind - dieses Element beinhalteten. Aber das ist ja nicht das einzige Element des Christentums.
Ein essentielles Element ist, was Anastasis in seinem Beitrag schon anmerkt, und was sich in seinem Nickname schon wiederspiegelt:
Der Glaube an die Auferstehung Christus', des Menschensohnes.
To be continued...
Nassos
das älteste Gesetz,
das alte Gesetz
und das neue Gesetz.
Das erste ist das, wovon der Apostel Paulus sagt, es kann auch in das Herz eines Heiden geschrieben stehen.
Was man in anderen Religionen nicht erhalten kann sind, die vollständige Offenbarung Gottes und die wahre Taufe, das wahre Brot Gottes usw.
Re: Was bedeutet es Christ zu sein?
Hanna hat geschrieben:Es wäre schon, wenn ich Euch ermuntern könnte, hierzu einige Gedanken zusammenzutragen.
Wann ist ein Christ ein Christ?
Wenn er sich selbst dafür hält?
Wenn er regelmäßig die Kirche besucht? (welche auch immer)
Wenn er sich sozial engagiert, sich den Bedürftigen zuwendet?
Wenn er glaubt und alles für wahr hält, was in der Bibel steht?
Wenn er sich bemüht moralische Standarts einzuhalten?
Ist ein Christ jemand, der zu Jesus Christus gehört? Was bedeutet das?
Wieviele Christen gibt es aktuell? 2,1 Milliarden?
Und sind wir nicht vom Weltfrieden weiter entfernt als je zuvor?
LG Hanna
Hallo Hanna,
ich hab mal gelesen: "Ein Christ ist ein erlöster Sünder".
Ich glaube, das trifft es ganz gut. Ein Christ ist einer, der sich seiner Sündhaftigkeit und Schwäche bewusst ist und dennoch nicht aufgibt, weil er weiss, dass er bei Gott immer wieder Vergebung findet und dass Gott sein Heil will.
Aus Freude darüber und aus Gegenliebe wird er Christus nachfolgen (das nach Kräften versuchen!) . Das beinhaltet alles, was Du oben genannt hast: die Hungernden speisen, die Trauernden trösten....weil der Herr gesagt hat "was ihr den Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan".
Er wird sich dazu in der Gemeinschaft der Glaubenden stärken, in den Sakramenten, mit der Schrift und der Lehre der Kirchenväter und er wird selbst seinen Beitrag in der Gemeinde einbringen, seine Gaben.
Und, ja.... es wäre schön, wenn wir das alles besser verwirklichen würden, wir Christen! Herr, erbarme Dich und sende Menschen.... und fange bei mir an.
Liebe Grüsse
Maria
Zur Liebe:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Ich kann mich dunkel erinnern, daß wir irgendwann definiert haben: wer ist denn der Nächste? Viellleicht war es im alten Forum?
Vor längerer Zeit kam ich beim Gassigehen mit einem Mann in`s Gespräch den ich vom Sehen schon kannte, er hat auch einen lustigen Hund. Wir unterhielten uns sehr angeregt. Wie wir auf Religion kamen, weiß ich nicht mehr.
Er fragte mich zweifelnd: "Können Sie sich vorstellen mich so zu lieben, wie Sie sich selbst lieben?"
Die Antwort blieb ich ihm wohl schuldig.
"Nichts tut durch Zank oder eitle Ehre, sondern durch Demut achtet euch untereinander einer den andern höher denn sich selbst." Paulus an die Philipper
Wie schwierig ist das, unsere menschliche Natur begrenzt uns im Vorhaben gut zu sein, Gutes zu tun.
Mary schreibt:
"Ein Christ ist einer, der sich seiner Sündhaftigkeit und Schwäche bewusst ist und dennoch nicht aufgibt, weil er weiss, dass er bei Gott immer wieder Vergebung findet und dass Gott sein Heil will."
Ist das wirklich so einfach?
Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner.
LG Hanna
-
Aleks
Re: Was bedeutet es Christ zu sein?
Nach meiner Meinung folgendermaßen: Wenn er/sie voller Entschlossenheit zielstrebig richtige Buße tut.Hanna hat geschrieben: Wann ist ein Christ ein Christ?
Re: Was bedeutet es Christ zu sein?
Kurz und knackig.Aleks hat geschrieben:
Nach meiner Meinung folgendermaßen: Wenn er/sie voller Entschlossenheit zielstrebig richtige Buße tut.
Ich nehme an richtige Buße heißt für dich:
daß man die begangenen Sünden nach Möglichkeit wieder gutmacht, und dem festen Vorsatz die Sünden nicht mehr zu begehen auch treu bleibt, bzw. ernsthaft versucht ?
LG Hanna
-
Aleks
Liebe Hanna,Hanna hat geschrieben: Mary schreibt:
"Ein Christ ist einer, der sich seiner Sündhaftigkeit und Schwäche bewusst ist und dennoch nicht aufgibt, weil er weiss, dass er bei Gott immer wieder Vergebung findet und dass Gott sein Heil will."
Ist das wirklich so einfach?
Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner.
LG Hanna
ich glaube, dass dies alles andere als einfach ist.
Der Hl. Basilios hat in seinem Reuegebet ganz am Ende gebetet;
"If Thou wouldst destroy me together with my lawlessness, glory to Thy righteous judgment; and if Thou wouldst not destroy me together with my lawlessness, glory to Thy boundless mercy!"
"Wenn Du mich zusammen meiner Gesetzlosigkeit zerstören wolltest; Ehre sei Deinem gerechten Richten. Und wenn Du mich nicht zusammen mit meiner Gesetzlosigkeit zerstören wolltest, Ehre sei Deiner grenzenlosen Barmherzigkeit".
Dies wirklich in der ganzen Tiefe zu begreifen ist harte Arbeit.
Aber, wenn wir uns auf uns verlassen, auf unser Fasten, unser Beten, unsere Almosen... dann ist das nichts anderes als Selbstgerechtigkeit.
Das heisst aber natürlich NICHT, dass wir all das nicht tun sollten, das habe ich oben auch versucht zu schreiben.
Wenn "Theosis" heisst: "Vergöttlichung", dann heisst das zuallererst: äusserste Demut und grenzenlose Liebe.
Liebe Grüsse
Maria
Zur Frage: Was ust ein Christ?
Rein faktisch gesehen hat sich das tägliche Leben sehr vom christlichen Inhalten entfernt, etwas, was einst als quasi heidnisch verstanden wurde beherrscht immer mehr unser Wirken. Nur noch die Unkenntnis darüber bzw. dessen Nichtbereitschaft mit der Auseinandersetzung mit der Materie lässt den Menschen im generellen vermuten, er sei noch Christ.
Wie nun dieses für an sich jeden Beobachtbare seitens der Kirche bewertet wird, und ob sie es überhaupt einer Wertgebung setzen will, das wäre eine für mich schon interessante Frage. Zum Christen wird man sicher nicht durch das Feiern von Weihnachten und Ostern, denn deren Wurzeln liegen ausserhalb des Christentums.
LG Deukalion
In Seinem Namen
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
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Anastasis+
- Beiträge: 424
- Registriert: 16.12.2008, 15:33
- Religionszugehörigkeit: griechisch-orthodox
- Wohnort: Wien
Christos anesti!Zum Christen wird man sicher nicht durch das Feiern von Weihnachten und Ostern, denn deren Wurzeln liegen ausserhalb des Christentums.
Lieber Deukalion!
Was willst du uns denn damit sagen, dass Ostern und Weihnachten gar keine christlichen Feiertage sind?
Oder habe ich dich da missverstanden?
Wie nun dieses für an sich jeden Beobachtbare seitens der Kirche bewertet wird, und ob sie es überhaupt einer Wertgebung setzen will, das wäre eine für mich schon interessante Frage.
Und "die" Kirche sind doch wir alle, die auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Hleiligen Geistes getauft sind, oder?
En Christo
meine Zuflucht der Sohn,
mein Schutz der Heilige Geist.
Heilige Dreiheit, Ehre sei dir.