Die Seele nach dem Tod
Verfasst: 20.04.2009, 23:01
Chistus ist auferstanden.
Oft - wenn auch leider die Beiträge verloren gingen - wurde auf dieses hochinteressante Buch von Vater Seraphim Rose verwiesen.
Ich möchte jedoch an dieser Stelle gerne den einleitenden Kommentar der griechischen Ausgabe zitieren, weil mir das sehr aus der Seele sprach.
Der Kommentar stammt von Vater Ioannis Droggitis.
Einleitender Kommentar
Der moderne Mensch, der sich in einer weltlichen Umgebung entwickelt und eine humanistische Bildung im Geiste der europäischen Aufklärung erhalten hat, steht ratlos da im Angesicht großer Ereignisse und Gefühle, wie es der Tod, die Liebe, die Reue, die Hingabe usw. sind. Es ist ihm unmöglich, diese zu begreifen und zu interpretieren, weil er an sie nicht unterwiesen, sondern desorientiert und als "Knecht seiner unvernünftigen Leidenschaften" herangeht.
Ohne demütiges Lernen der Tradition, welche alles, was von den Heiligen der Kirche gelebt wurde und wird, übergibt, steht er offen (schutzlos) gegenüber jeglichen Ideen oder Erfahrungen, welche seine Ratlosigkeit rühren.
Speziell beim Thema des Lebens nach dem Tode wird der moderne Mensch Teilhaber romantischer Auffassungen, die ihn den Ideen und Auffassungen fernab der Wahrheit aussetzen. Das Ergebnis dessen ist, dass sich der Mensch nicht mit der Wahrheit synchronisieren kann, welche ihn heilen und letztendlich retten könnte.
An diesen modernen Menschen richtet sich das Buch des Vaters Seraphim Rose. Ziel ist nicht die Kritik an diesem Menschen oder ihm etwas vorzuwerfen, sondern - ganz im Gegenteil - ihn an der Wahrheit teilhaben zu lassen. Der Wahrheit, die vom weltlichen Geiste und von den verfälschenden Spiegelungen* der christlichen Häresien verdorben wird.
Seine Argumentationen kommen aus dem Reichtum der Tradition der Väter, deshalb sind sie in ihrer Tiefe menschenfreundlich (philanthrop). Sogar der Bezug zu den "überirdischen Zollstationen" tragen die Qualität der Philanthropie.
Alles lädt ein zur Reue, zur Frömmigkeit, zu einem sakralen wie auch einem schmerzvollen Prozess, der in den "tiefen Frieden" führt, über welchen die Kirchenväter sprechen. Alles hat den Sinn, den Menschen von seiner Eigenleidenschaft zu befreien, um so Gott und Seine Liebe kennenzulernen.
Und die Erfahrung der Liebe Gottes ist die (im positiven Sinne) erschütternste Erfahrung nach dem Tode, durch die der von Gott geliebte Mensch das Leben und den Tod überwindet, angezogen durch Seine unerschöpfte Gnade.
* im Originaltext heißt es "διαστρέφεται ... από τα παραμορφωτικά έσοπτρα των χριστιανικών αιρέσεων". Das Wort "esoptra" hat mir sehr große Schwierigkeiten bereitet. Zwar läßt es sich schnell aus eso + optra zusammensetzen, was wortwörtlich übersetzt "Innensicht" bedeutet, aber aus dem Altgriechischen mit "Spiegel" übersetzt wird. Hier ist wohl "das unvollkommene Wiederspiegeln" gemeint.
Aus Bible Wiki habe ich folgendes:
"βλέπομεν γαρ άρτι δι εσόπτρου εν αινίγματι τότε δε πρόσωπον προς πρόσωπον άρτι γινώσκω εκ μέρους τότε δε επιγνώσομαι καθώς και επεγνώσθην (Kor. 13,12) was soviel heißt wie Denn nun schauen wir durch ein Glas... Paulus benutzt hier eine weitere Illustation, um die Unvollkommenheit unseres Wissens hevorzuheben... Das Wort "Glas" (esoptron) wird hier im Sinne von "Spiegel", "Sehglas" verwendet."
Ich habe das schlussendlich mit "Spiegelungen" etwas freier übersetzt. Man sollte daran denken, dass zu jener Zeit Spiegel aus poliertem Metall hergestellt wurden!
"Sehglas": stelle ich mir wie die Palantiri im "Herr der Ringe" vor
Wenn ich irgendwo danebenliegen sollte (übersetzungstechnisch) dann teilt es mir bitte mit, ich werde es dann umgehend korrigieren.
Danke.
Oft - wenn auch leider die Beiträge verloren gingen - wurde auf dieses hochinteressante Buch von Vater Seraphim Rose verwiesen.
Ich möchte jedoch an dieser Stelle gerne den einleitenden Kommentar der griechischen Ausgabe zitieren, weil mir das sehr aus der Seele sprach.
Der Kommentar stammt von Vater Ioannis Droggitis.
Einleitender Kommentar
Der moderne Mensch, der sich in einer weltlichen Umgebung entwickelt und eine humanistische Bildung im Geiste der europäischen Aufklärung erhalten hat, steht ratlos da im Angesicht großer Ereignisse und Gefühle, wie es der Tod, die Liebe, die Reue, die Hingabe usw. sind. Es ist ihm unmöglich, diese zu begreifen und zu interpretieren, weil er an sie nicht unterwiesen, sondern desorientiert und als "Knecht seiner unvernünftigen Leidenschaften" herangeht.
Ohne demütiges Lernen der Tradition, welche alles, was von den Heiligen der Kirche gelebt wurde und wird, übergibt, steht er offen (schutzlos) gegenüber jeglichen Ideen oder Erfahrungen, welche seine Ratlosigkeit rühren.
Speziell beim Thema des Lebens nach dem Tode wird der moderne Mensch Teilhaber romantischer Auffassungen, die ihn den Ideen und Auffassungen fernab der Wahrheit aussetzen. Das Ergebnis dessen ist, dass sich der Mensch nicht mit der Wahrheit synchronisieren kann, welche ihn heilen und letztendlich retten könnte.
An diesen modernen Menschen richtet sich das Buch des Vaters Seraphim Rose. Ziel ist nicht die Kritik an diesem Menschen oder ihm etwas vorzuwerfen, sondern - ganz im Gegenteil - ihn an der Wahrheit teilhaben zu lassen. Der Wahrheit, die vom weltlichen Geiste und von den verfälschenden Spiegelungen* der christlichen Häresien verdorben wird.
Seine Argumentationen kommen aus dem Reichtum der Tradition der Väter, deshalb sind sie in ihrer Tiefe menschenfreundlich (philanthrop). Sogar der Bezug zu den "überirdischen Zollstationen" tragen die Qualität der Philanthropie.
Alles lädt ein zur Reue, zur Frömmigkeit, zu einem sakralen wie auch einem schmerzvollen Prozess, der in den "tiefen Frieden" führt, über welchen die Kirchenväter sprechen. Alles hat den Sinn, den Menschen von seiner Eigenleidenschaft zu befreien, um so Gott und Seine Liebe kennenzulernen.
Und die Erfahrung der Liebe Gottes ist die (im positiven Sinne) erschütternste Erfahrung nach dem Tode, durch die der von Gott geliebte Mensch das Leben und den Tod überwindet, angezogen durch Seine unerschöpfte Gnade.
* im Originaltext heißt es "διαστρέφεται ... από τα παραμορφωτικά έσοπτρα των χριστιανικών αιρέσεων". Das Wort "esoptra" hat mir sehr große Schwierigkeiten bereitet. Zwar läßt es sich schnell aus eso + optra zusammensetzen, was wortwörtlich übersetzt "Innensicht" bedeutet, aber aus dem Altgriechischen mit "Spiegel" übersetzt wird. Hier ist wohl "das unvollkommene Wiederspiegeln" gemeint.
Aus Bible Wiki habe ich folgendes:
"βλέπομεν γαρ άρτι δι εσόπτρου εν αινίγματι τότε δε πρόσωπον προς πρόσωπον άρτι γινώσκω εκ μέρους τότε δε επιγνώσομαι καθώς και επεγνώσθην (Kor. 13,12) was soviel heißt wie Denn nun schauen wir durch ein Glas... Paulus benutzt hier eine weitere Illustation, um die Unvollkommenheit unseres Wissens hevorzuheben... Das Wort "Glas" (esoptron) wird hier im Sinne von "Spiegel", "Sehglas" verwendet."
Ich habe das schlussendlich mit "Spiegelungen" etwas freier übersetzt. Man sollte daran denken, dass zu jener Zeit Spiegel aus poliertem Metall hergestellt wurden!
"Sehglas": stelle ich mir wie die Palantiri im "Herr der Ringe" vor
Wenn ich irgendwo danebenliegen sollte (übersetzungstechnisch) dann teilt es mir bitte mit, ich werde es dann umgehend korrigieren.
Danke.