Verhalten in Kirchen
Verhalten in Kirchen
habe heute ein bißchen im Kreuzgang und im alten orthodoxen Forum gelesen.
Im kreuzgang wurde das Verhalten vor Kirchen behandelt. Darf man sich z.B. vor einer nicht-othodoxen Kirche als Orthodoxer bekreuzigen?
Im alten orthodoxen Forum laß ich nochmal einen Thread über Protestantismus. Dort wurde auch der Umgang mit Ikonen besprochen.
Daher nun meine Frage:
sollte ich mal in einer katholischen Kirche sein, von mir aus auch in einer evangelischen, darf ich dann - falls es dort eine Ikone gibt - dem Dargestellten meine Ehrerbietung erweisen?
Desweiteren herrschen für mich die gleichen Regeln, wenn ich mich dort aufhalte: mit Respekt, den Rücken nicht zum Altar drehen, die Hände nicht hinter dem Rücken halten etc. (ich glaube ich würde das nicht mal in Tempeln anderer Religionen machen).
Darf ich mich, wenn ich vor einer nicht-orthodoxen Kirche vorbeifahre, auch bekreuzigen?
Vielen Dank für Eure Hilfe,
Nassos
-
Mops
- Beiträge: 735
- Registriert: 02.12.2008, 12:27
- Religionszugehörigkeit: christlich orthodox
- Kontaktdaten:
wenn ich nicht irre, hat der Hl. Ambrosius von Mailand mal geäußert, dass man sich auch bei lateinischen Kreuzen (wenn man z.B. auf einem Friedhof spazieren geht) Bekreuzigen darf.
Dass es in ev. Kirchen orth. Ikonen gibt, ist wohl kaum zu erwarten, aber es gibt auch genug orth. Kirchen, die man besuchen kann.
Unsere serbischen, griechischen, russischen, rumänischen..... Brüder freuen sich bestimmt auch über einen Gast ...
l.G. Rene
Re: Verhalten in Kirchen
Ob man das darf weiß ich nicht, aber in Rumänien z.B. gibt es das.Nassos hat geschrieben:
Im kreuzgang wurde das Verhalten vor Kirchen behandelt. Darf man sich z.B. vor einer nicht-othodoxen Kirche als Orthodoxer bekreuzigen?
Ich sage einfach mal, warum nicht?Nassos hat geschrieben: sollte ich mal in einer katholischen Kirche sein, von mir aus auch in einer evangelischen, darf ich dann - falls es dort eine Ikone gibt - dem Dargestellten meine Ehrerbietung erweisen?Nassos
In Rom gibt es in sehr vielen kath. Kirchen Ikonen. Weißt du wie unehrerbietig sich diverse Touristen dort verhalten?
Es wäre schön, die Meinung von Vater Martinos zu lesen.
LG Hanna
Stimmt.Rene hat geschrieben: Dass es in ev. Kirchen orth. Ikonen gibt, ist wohl kaum zu erwarten,
l.G. Rene
Wäre aber mal interessant zu gucken, ob es noch mehrere Ausnahmefälle
Eine Ikone ergänzt den Raum
Im Kirchenraum hängt an der Südwand eine Besonderheit: Eine byzantinische Ikone von einer katholischen Künstlerin „geschrieben“ und das in einer evangelischen Kirche. Ihr Urbild ist im berühmten Männerkloster auf dem Berg Athos in Griechenland. Dieses Werk in Untergröningen ist nicht ganz unumstritten, da es dem Baustil der Kirche nicht ganz angemessen ist. Die Kirchengemeinde ist aber froh, dieses Kunstwerk zu haben. Denn es ist von der Ikonenschreiberin Eva Wulf aus Spraitbach in dreijähriger Fleißarbeit unentgeltlich gefertigt worden. Sie suchte einst eine Kirche, in der sie ihr Lebenswerk, eine möglichst große Ikone, „Zur Ehre Gottes“ schaffen könne. ..
http://www.evangelisch-in-hohenlohe.de/ ... us-kirche/
Werkverzeichnis:
Ikone "Christus Pantokrator" Ei-Temperafarben auf Holztafel 30 x 40 im Nimbus. Hintergrund total Vergoldung mit echten Blattgold 24 Karat, für den Altar der Evangelischen Luth. St. Andreaskirche in Augsburg (2003)
Ikone "Christi Taufe am Jordan". Seidentuch 130 x 92 aufgerahmt auf Natur-Rahmen in den Nimben mit echtem Blattgold wertvoll vergoldet, 24 Karat. Für den Kirchenraum der Evangelischen Luth. St. Concordia-Kirche in Ruhla/Thüringen.
Ikone "Christus Tod am Kreuz". Ei-Tempera-Farben auf Holz, im Nimbus, echtes Blttgold wertvoll verarbeitet mit wertvoller Punzarbeit im Nimbus. Für den Chorraum der Evangelischen- Luth. Concordia-Kirche in Ruhla/Thüringen. Diese Ikone wurde in Form eines Taize-Kreuzes geschaffen. 2,50 Meter hoch und 1,50 Meter breit, für Taize-Gottesdienste der Gemeinde.
Ikone "Christi Einzug in Jerusalem". Seidentuch 130 x 92 im Nimbus mit echtem Blattgold wertvoll vergoldet, 24 Karat, aufgerhmt auf Natur-Rahmen für den Evangelischen- Luth. Kirchenraum der Christopheruskirche in Dresden-Rähnitz und Wilschdorf (2005).
Ikone "Christus und der Weinstock". Seidentuch aufgerahmt auf Natur-Rahmen 90 x 90 in den Nimben mit echtem Blattgold wertvoll verarbeitet. Für die Kapelle des EVangelischen-Luth. Diakonissen_Mutterhauses in Eisenach /Thüringen (2004).
Ikonen, Erzengel Michael und Gabriel 45 x 45. Seidentuch i, Nimbus mit echtem Blattgold wertvoll vergoldet, 24 Karat. Für den Kirchenraum der Evangelischen Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen (2004)
Ikone "Heilige Drekönige" (Epihanias-Ikone) 90 x 90 Seidentuch in den Nimben mit echtem Blattgold wertvoll verarbeitet 24 Karat für den Gemeinderaum der Evangelischen Kirchs in Schöneck/Hessen (2003)
http://www.gck-freiburg.de/Mitglieder/K ... M_Eger.htm
wahrscheinlich.Loukia hat geschrieben:Naja, Abbildungen von Christus und der Panagia gibt es auch da oft, aber wahrscheinlich wird die Ikonografie als einfache Kunstart...
Aber es geht ja darum, ob orthoxe Gläubige diese verehren dürfen.
Oder meintest du, daß sich Verehrung wegen der Plazierung von vornherein ausschließt?
Wollen tät ich schon mögen, aber dürfen trau ich mich nicht. Kleiner Scherz am Rande.
LG Hanna
Was mich interessieren würde, wäre ob die Ikonen/Mosaike "gevierzigt" (sarantismos) sein sollten oder ob dies keine Rolle spielt.
Am Benehmen der Touris in Kirchen, sind die Kirchen auch ein bißchen selber schuld. Man sollte tatsächlich einen Hinweis aushängen "Bitte respektvoll eintreten". Eventuell nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber es wäre hilfreich - in verschiedenen Sprachen.
Oder ist ein Museum eher ein Ort der Andacht und der Würde?
Nassos
das ist wohl keine Frage von dürfen und nicht dürfen. Aber eine Frage, ob es sinnvoll ist. Wir grüßen bei den Kirchen ja nicht nur die Ikonen, sondern das Haus als das Haus Gottes, den Altar, auf dem das Opfer dargebracht wird, das Artophorion, in dem der Heilige Leib und das Heilige Blut unseres Herrn für die Kranken aufbewahrt wird. Diese Kirchen grüßen wir mit Kreuzzeichen. (Ikonen hängen in Griechenland in fast jedem Bus, aber ich habe noch nicht gesehen, daß sich beim Einsteigen jemand bekreuzigt hätte.)
Ob es aber sinnvoll ist, andere Kirchen so wie unsere eigenen mit einem Kreuzzeichen zu grüßen ...?
Anders ist es mit alten Wegekreuzen usw. Die sind keine Kirchen, die sind im Grunde auch nicht einmal so richtig "konfessionell", sondern erinnern uns überall an unseren Herrn. Bei denen bekreuzige ich mich, ebenso, wenn ich Kreuze an Unfallorten sehe, weil wir für alle Menschen, vor allem die Verstorbenen, beten können und sollen.
Lieber Nasso,
die Tradition, Ikonen 40 Tage unter den Altar zu legen oder gar 40 Liturgien lang, ist Brauchtum, keine kirchliche Vorschrift. Ikonen werden zu Bildern des Abgebildeten nicht durch Weihe, Segnung, Gebet, sondern durch ihre Beschriftung. Eine Ikone des hl. Nikolaus ist dann ein Bild des heiligen Nikolaus, wenn die Ikone fertig gemalt und mit "Hl. Nikolaos" eindeutig beschriftet ist. Sie wird nicht zur Ikone durch ein Gebet, als würde dann anschließend der Heilige irgendwie hineinrutschen. Deshalb sind auch Mosaike fertige Bilder wenn sie fertig sind und brauchen auch keinen Sarantismos. Den brauchen nur Mütter nach der Geburt ihres Kindes.
Was die gute Michaela Eger gemalt hat, ist nur peinlich. Ein Bild eines "Pantonah" ist für mich keine Ikone. Das Ikonenmalen sollten die Nichtorthodoxen uns überlassen. Wir schnitzen ja auch keine Weihnachtsfiguren.
Verehrter Vater Martinos,Sinaitis hat geschrieben:
Was die gute Michaela Eger gemalt hat, ist nur peinlich. Ein Bild eines "Pantonah" ist für mich keine Ikone. Das Ikonenmalen sollten die Nichtorthodoxen uns überlassen. Wir schnitzen ja auch keine Weihnachtsfiguren.
da haben Sie Recht, ohne Zweifel. Ich habe mich erst nach dem Post näher mit Michaela Eger und ihren Werken beschäftigt
Da ist doch mein Ego mit mir durchgegangen und wollte nachweisen: in evangelischen Kirchen gibt es auch Ikonen.
Mit hängenden Ohren und Dank für Ihre Stellungnahme
LG Hanna
Sie ist aber dem Byzantinischen sehr angelehnt, nicht wahr? Und "westliche" Ikonen gibt es ja auch zu Hauf in den orthodoxen Kirchen. Ich denke da an die Darstellung der Hagia Trias, die wir ja auch schon mal diskutiert hatten.Und dennoch hast du in deinem Avatarbild eine Ikone in "westlicher" Malweise. Very Happy
Selbst innerhalb der Orthodoxie gibt es verschiedene Darstellungsstile. So habe ich gehört, dass die Darstellung des Hl. Georg in der russischen Schule gerne mit Pferd und Drachen dargestellt wird, während die byzantinische Schule ihn einfach in seiner Rüstung zeigt.

Nassos.

