T - wie Taufe

Orthodoxe Kirche und Gesellschaft, Theologie
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Nassos
Beiträge: 4433
Registriert: 18.12.2008, 21:43

T - wie Taufe

Beitrag von Nassos »

Guten Tag,

bei der Taufe bzw. beim Chrisma spricht der Priester: Σφραγίς δωρεάς Αγίου Πνεύματος, also Siegel der Gabe des Heiligen Geistes.

Was bedeutet das genau? Erhalten wir die Gabe des Heiligen Geistes oder den Heiligen Geist selber?

Es ist natürlich wichtig zu wissen, dass der Hl. Geist keine Gabe Gottes ist, denn das würde ihn - nach orthodoxer Auffassung - doch degradieren (keine Hypostase der Trinität) oder aber die Gabe zu einer weiteren Hypostase erhöhen.

Desweitern steht in Korinther 6,19 steht: daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist.

Deshalb meine Frage.

Danke und Gruß,
Nassos
Loukia
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Beitrag von Loukia »

Die Apostel wurden ja MIT dem Heiligen Geist getauft, der Heilige Geist kommt über den Menschen, der Heilige Geist kommt in den Menschen, so wie ich es verstehe.
Ἡ χάρις τοῦ Κυρίου Ἰησοῦ Χριστοῦ μεθ' ὑμῶν. 1. Korinther 16,23
Sinaitis
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Beitrag von Sinaitis »

Liebe Loukia,
genau, denn die Apostel wurden ja nie im Wasser getauft, ebensowenig wie die Gottesmutter. Für sie war Pfingsten (bzw. die Verkündigung) der Empfang des Heiligen Geistes.
Nassos
Beiträge: 4433
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Beitrag von Nassos »

Schon oft gefragt:

Die Taufe durch den Laien. Im Hinblick auf die Oikonomia (siehe auch entsprechender Strang) darf die Taufe in Notfällen (was immer diese auch sein mögen) von einem Laien ausgeführt werden (männlich/weiblich).

zur Ergänzung: sie muss allerdings anschließend von einem Priester oder Bischof nach den Bestimmungen der Orthodoxen Kirche "vervollkommet" werden, da es sich ja um ein Mysterium handelt.

Meine Frage ist nun: wie führt der Laie eine Nottaufe aus? Gibt es da Mindestvoraussetzungen (wobei ich denke, das wichtigste wird die Nennung des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes sein).

Danke,
Nassos
Sinaitis
Priester
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Beitrag von Sinaitis »

Getauft wird der Diener (die Dienerin) Gottes N. im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Dreimaliges Eintauchen, Übergießen oder in die Luft halten.
Der Taufakt selbst wird nach der Nottaufe, wenn der Täufling überlebt hat, vom Priester nicht wiederholt, aber alles andere wird "nachgeholt" und ergänzt. Vor allem aber die Vollendung der Tauffe in der Myronsalbung (Firmung). Bei einer Lufttaufe kann man aber auch die komplette Taufe vollständig vollziehen (so würde ich es jedenfalls machen).
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Röde Orm
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Beitrag von Röde Orm »

Das Thema interessiert mich.

Was ist bitte gemeint mit "Lufttaufe" und wie kann man sich das "in die Luft halten" genau vorstellen ?

Dann ist mir aufgefallen, dass der Priester vor einer Erwachsenentaufe ausdrücklich gefragt hat, ob der Täufling irgendwo am Körper einen Knoten hat (Schnürsenkel, Kordel oder ähnlich).

Warum nur ?

Leider hab ich dazu keine Information finden können.
Wenn sie ein orthodoxer Christ sind, wurde ihre Kirche im Jahre 33 n. chr. durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, gegründet. Doch ihre Geschichte reicht zurück bis zur Schöpfung der Welt. Die orthodoxe Kirche hat sich nicht verändert seit ihrer Gründung und ist die selbe gestern, heute und auf ewig.
Nassos
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Beitrag von Nassos »

Lieber Vater Martinos,

bitte segnen Sie.

Vielen Dank für Ihren Beitrag.

Ich stelle mir das in die Luft halten so vor, dass man den Täufling hochhebt, evtl. leicht über den Kopf.
Doch in diesen Momenten kommt es wohl nicht auf die korrekte Höhe an, sondern vor allem darauf, dass man im Namen der Hl. Trias tauft.

Habe ich das so richtig ausgelegt (es handelt sich ja immerhin um einen Notfall).

Vielen Dank allen für die Beiträge - das Thema ist wahrlich interessant.

Gruß,
Nassos
Sinaitis
Priester
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Beitrag von Sinaitis »

Lieber Wickinger,
nach Knoten zu suchen ist Magie und Aberglaube. Die Vorstellung, im "Gebundenen" sei das Böse gebunden und mit Knoten könne man auch auf Entfernung Menschen schaden, hat mit Theologie nichts zu tun.
Bei einer richtigen Erwachsenentaufe braucht ein Priester auch keine Knoten suchen, es sei denn, die Badehose hätte ein Saumband mit Knoten als Gürtel, um sie an der Hüfte zu halten. Ich würde dann trotzdem taufen.
Aber ich komme auch nicht aus einem tiefen Tal der Karparten, des Urals oder des Kaukasus.
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Röde Orm
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Beitrag von Röde Orm »

Aha. Das ist ja interessant.

Ich hab das halt noch nie gehört und dachte, es sei irgendwie eine Tradition oder so .....
Wenn sie ein orthodoxer Christ sind, wurde ihre Kirche im Jahre 33 n. chr. durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, gegründet. Doch ihre Geschichte reicht zurück bis zur Schöpfung der Welt. Die orthodoxe Kirche hat sich nicht verändert seit ihrer Gründung und ist die selbe gestern, heute und auf ewig.
Nassos
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Beitrag von Nassos »

Sinaitis hat geschrieben:Lieber Wickinger,
nach Knoten zu suchen ist Magie und Aberglaube. Die Vorstellung, im "Gebundenen" sei das Böse gebunden und mit Knoten könne man auch auf Entfernung Menschen schaden, hat mit Theologie nichts zu tun.
Bei einer richtigen Erwachsenentaufe braucht ein Priester auch keine Knoten suchen, es sei denn, die Badehose hätte ein Saumband mit Knoten als Gürtel, um sie an der Hüfte zu halten. Ich würde dann trotzdem taufen.
Aber ich komme auch nicht aus einem tiefen Tal der Karparten, des Urals oder des Kaukasus.
:mrgreen:
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Röde Orm
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Beitrag von Röde Orm »

So, ich soll am Sonntag was helfen und deswegen früher kommen, weshalb ich angerufen wurde.

Also: Nix böses im Knoten.

Laut Rückmeldung bedeutet das Lösen der Knoten schlicht ein Symbol für das Lösen alter Verstrickungen und das Offensein für Neues.

Ausserdem ist es auch Tradition.

Klang überzeugend.
Wenn sie ein orthodoxer Christ sind, wurde ihre Kirche im Jahre 33 n. chr. durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, gegründet. Doch ihre Geschichte reicht zurück bis zur Schöpfung der Welt. Die orthodoxe Kirche hat sich nicht verändert seit ihrer Gründung und ist die selbe gestern, heute und auf ewig.
Loukia
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Beitrag von Loukia »

Das Thema erinnert mich daran, wie ich mit 7 Jahren Taufpatin wurde und der Priester total entnervt war, wegen meiner Ungeschicktheit :mrgreen:

Heute hatte sie außerdem Namenstag, aber ich konnte meine Kleine nicht erreichen :(
Zuletzt geändert von Loukia am 05.12.2009, 17:16, insgesamt 1-mal geändert.
Ἡ χάρις τοῦ Κυρίου Ἰησοῦ Χριστοῦ μεθ' ὑμῶν. 1. Korinther 16,23
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Röde Orm
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Beitrag von Röde Orm »

Wieso, was kann man falsch machen?

Eigentlich darfst Du das Kind doch nur nicht fallen lassen, oder??

Wie kann man da ungeschickt sien ??? >grübel<
Wenn sie ein orthodoxer Christ sind, wurde ihre Kirche im Jahre 33 n. chr. durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, gegründet. Doch ihre Geschichte reicht zurück bis zur Schöpfung der Welt. Die orthodoxe Kirche hat sich nicht verändert seit ihrer Gründung und ist die selbe gestern, heute und auf ewig.
Loukia
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Beitrag von Loukia »

Ach... das Video ist so peinlich glaube ich. Ich war todesnervös... die Oma half mir tragen... der Priester war am Ende mit seinen Nerven, denn er musste mir alles vorsage ... :lol: hehe nein, es ist gut so
Zuletzt geändert von Loukia am 05.12.2009, 17:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Sinaitis
Priester
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Beitrag von Sinaitis »

Lieber Röde,
ich frage mich immer noch, welche Knoten bei der Taufe gelöst werden sollen und was das symbolisieren dann soll. Bei meinen Taufen sind die Kinder nackt und die Erwachsenen minimalbekleidet. Wo soll da ein Knoten sein, der zu lösen ist. Oder wie wird denn bei Euch getauft? Nur symbolisch oder getaucht (davon kommt das Wort "getauft"). Das Entkleiden ist mehr als nur ein Lösen alter Verstrickungen. Es ist das gänzliche Ablegen des Alten Menschen.
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