von Andromachi » 01.03.2010, 12:08
Ja, Nassos, das ist das Menschliche, das man tun kann. Doch ich glaube, dass das auch eine andere Seite hat: Wenn ich im Moment der Versuchung an Gott, den Allmächtigen denke und ihn bitte, mir zu helfen, dann kommt mir Gott zur Hilfe und es bleibt nur ein kleiner Teil vom Ganzen übrig.
Im Synaxaristes der heiligen Marina (17.7.) steht, dass der Böse in der Gestalt eines furchtbaren Drachen erschien. Die Heilige hat große Angst bekommen und zitterte und sie betete an Gott. Da verwandelte sich der Drache in einen schwarzen Hund, den die Heilige beim Fell ergriff und ihn mit einem Hammer schlug und ganz erniedrigte.
HIerzu kommentiert mein Beichtvater (π. Συμεών Κραγιόπουλος: Προσκαρτερούντες. Πανόραμα Θεσσαλονίκης: Ιερόν Ησυχαστήριον "Το Γενέσιον της Θεοτόκου" 2002, S. 264):
"Sehen Sie? Wir denken, dass die Heilige Marina ein besonderer Mensch war, dass Gott es so eingerichtet hat, dass sie keine Angst bekommt, dass sie es aushalten kann, dass sie die Kraft hat zu kämpfen. Nein. Sie ist eine schwache Frau. Ein schwacher Mensch, egal welcher, würde Angst haben und sie als Frau hatte mehr Angst ... Sie bekam Angst, d.h. dass es sich klar zeigt, dass sie ein Mensch ist, dass sie diese menschliche Schwäche hat, die jeder von uns hat, und deswegen hat man Angst in solchen Fällen. Aber, bitte, Vorsicht! Sie wird nicht hysterisch, wie bei Leuten, die anfangs behaupten, sie wollen für Gott ein Martyrium durchmachen und sie sind bereit alles, was Gott erlaubt anzunehmen und sobald etwas passiert, die Fassung verlieren. Es ist etwas anderes, ob man Angst hat und die menschliche Schwäche offensichtlich wird und etwas anderes wenn man in seiner Schwäche untergeht. Ganz im Gegenteil: In dieser Stunde betet man inniger, man zeigt sein Vertrauen an Gott und wird zum Menschen, so wie ihn Gott haben will. Da füllt ihn Gott mit seiner Charis und er kann alles aushalten"
Dieser Text (in eigener Übersetzung) hat mich sehr berührt und endlich habe ich verstanden, was Gott von mir in solchen Fällen erwartet.