Wo Aberglaube die Freiheit der Christen einschneidet

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Nassos
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Re: Wo Aberglaube die Freiheit der Christen einschneidet

Beitrag von Nassos »

Demnach müsste nach dem AK der Dimitriostag an einem Donnerstag sein???

Wieviele allgemeine Panichidas hat die russische Kirche? Obwohl ich glaube, dass es in bestimmten Regionen Griechenlands es auch mehr als die zwei gibt...
Lazzaro
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Re: Wo Aberglaube die Freiheit der Christen einschneidet

Beitrag von Lazzaro »

:?: :?: :?:
Was für ein Dimitriossamstag?
Agios Dimitrios war am 26. Oktober !?
Das war ein Feitag, wie jeder in seinem Kalender lesen kann.

Meinetwegen können die Russen das christianisierte Samhain auch zu St. Dimetrios an statt zu St Martin und Allerseelen feieren, es kommt aufs selbe raus.
Lazarus

PS:
Ich jedenfalls gedenke der Verstorbenen am ersten Sammstag im November, weil wie oben dargelegt Allerseelen ist, was andere Kulturkreise machen ist mir wurscht. Eviva il filetismo! :D
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Igor
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Re: Wo Aberglaube die Freiheit der Christen einschneidet

Beitrag von Igor »

Grüß Gott!
Nassos hat geschrieben:Wieviele allgemeine Panichidas hat die russische Kirche? Obwohl ich glaube, dass es in bestimmten Regionen Griechenlands es auch mehr als die zwei gibt...
Hier für die, denen es nicht
Lazzaro hat geschrieben:wurscht
ist, kurz eine Zusammenstellung:
  • Gedenken an die Verfolgten, die für den Glauben an Christ starben – 23. Januar (5. Februar) bzw. der Sonntag danach
  • Samstag vor Vorwoche der Großen Fastenzeit ("Butterwoche")
  • 2., 3., 4. Samstag der Großen Fastenzeit
  • Radoniza – Dienstag der Thomaswoche (in der zweiten Woche nach Ostern)
  • Gedenken an die gefallenen Soldaten 26. April (9. Mai)
  • Pfingstsamstag
  • Dimitriossamstag – Samstag vor dem Gedenken an den Hl. Dimitrios (vor dem 26. Oktober bzw. 8. November)
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)
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Priester Alexej
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Re: Wo Aberglaube die Freiheit der Christen einschneidet

Beitrag von Priester Alexej »

Lieber Lazzaro,

Die Anordnung, am Samstag vor dem Fest des hl. Dimitius ein Totengedenken zu begehen, wurde vom hl. Dimitri von Donsk im 14. Jahrhundert in der Rus' gegeben. Nach der Schlacht auf dem Kulikovo-Feld am 7. Sept. 1380, bei der 250 Tausend Krieger ihr Leben ließen, kehrte der hl. Dimitri in die Dreieinigkeits Laura zum hl. Sergius zurück und beging dort ein Totengedenken. Ursprünglich wurde nur der Krieger gedacht, die damals ihr Leben für das Vaterland opferten. Doch mit der Zeit wurde an dem Tag aller verstorbenen gedacht, was wir auch heute tun. Dieser Elternsamstag unterscheidet sich in seinen Durchführung und Traditionen nicht von den anderen Samstagen der Totengedenken.
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.
Lazzaro
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Re: Wo Aberglaube die Freiheit der Christen einschneidet

Beitrag von Lazzaro »

Wie man den christlichen Allerseelensammstag im Späterbst auch herleitet ist eigentlich völlig irrellevant: Ob über St. Martin, Agios Dimitrios, oder irgendwelche historischen Schlachten.

Allen gemeinsam ist das Bedürfnis angesichts des "Sterbens" der Natur der eigenen Verstorbenen zu gedenken.
Das ist völlig normal, im wahrsten Sinne des Wortes natürlich und empfehlenswert. Es zeigt den Einfluß der Naturbetrachtung (ein positiver Ausdruck für "Heidentum") auf den christlichen Kalender, aber auch die Erneuerung / Umformung uralter Bräuche im Lichte des Glaubens an den Auferstandenen Christus. Darum ging es mir.

Lazarus
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