Russisch lernen wozu
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Honigbiene
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Russisch lernen wozu
als Mitglied der russisch-orthodoxen Kirche wird uns empfohlen, Russisch zu lernen.
Das scheint eine so selbstverständliche Anforderung zu sein, dass der Priester auf mein "wozu" etwas ratlos schien.
Gibt es unter Euch Foristen Erfahrungen dazu?
In Christo!
- Sascha
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Re: Russisch lernen wozu
Die Integration in die Gemeinde erleichtert sich natürlich enorm wenn man die Sprache spricht. Da in meiner aber neben Russen aus noch Rumänen, Serben, Griechen usw kommen ist es kein Problem nur Deutsch zu sprechen. In einer Gemeinde in der man der einzige ist der kein Russisch spricht stelle ich mir das ganze schon schwieriger vor.
An sich muss ich aber auch sagen dass wir hier in Deutschland sind und man daher auch dazu in der Lage sein sollte Menschen auf deutsch in die Gemeinden zu integrieren.
Ist es eine Gemeinde der ROKA oder des MP?
Herr, erbarme dich.
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Honigbiene
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Re: Russisch lernen wozu
Wir sind ROKA und ich pflege einige Kontakte, auch zu Russen, die hier lange leben und sich bemühen, mit mir Deutsch zu sprechen.
Russisch zu lernen, erscheint mir gar nicht so notwendig. Das bestätigen sogar einige Russen mir gegenüber...
Und das russische Essen schmeckt mir auch ohne die Sprachkenntnisse sehr gut.
Sicherlich ist es dennoch erstrebenswert, sein Gehirn zu fordern, und das kann man durch Lernen einer so schweren Sprache.
In Christo!
Re: Russisch lernen wozu
hier kommt die allgemeine Antwort:
obwohl ich es schon mehrmals geschrieben habe, wiederhohle ich mich gerne:
Wer als Deutscher in Deutschland orthodox sein möchte, muß sich mit Fremdsprachen auseinandersetzten, das ist so. Wie man das macht, hängt von den eigenen Möglichkeiteten und der jeweiligen Situation ab.
Die Antwort "ohne Hörner und Zähne":
Die russ. Kirche im Ausland ist eine Förderin des russ. Ghettos. Ob Dir das gefällt, und ob den auslandskirchlichen Foristen diese Aussage gefällt ist dabei völlig irrelevant. Das heißt, wenn Du dort als vollwertiges Gemeindemitglied akzeptiert werden möchtest, wirst Du Rusisch lernen müssen.
Wenn es Dir nichts ausmacht, bei der Trapeza über eine Stunde Puschkinrezitationen über Dich ergehen zu lassen, ohne ein Wort zu verstehen, ist das natürlich auch in Ordnung. *
Die "vernünftige" Antwort:
Liturgiesprache der russ. Auslandskirche ist altslavisch und damit eine sogenante tote Sprache. Diese lernt sich einfacher, wenn man eine verwandte lebene Sprache ebenfalls kann. Ich habe mit lateinisch / italienisch nur die besten Erfahrungen gemacht! Die Kombination Altslavisch & Russisch ist auf jeden Fall eine solide Basis mit der man gut arbeiten und seine Sprachkenntnisse erwitern kann.
Mein persönlicher Favorit ist allerdings Altslavisch - Ukrainisch**, dann kannst Du Dich schnell sowohl Richtung Russisch als auch Richtung Polnisch erweitern.
Meiner Erfahrung nach ist es sehr, sehr, sehr erstaunlich, wie weit man mit ein paar Brocken slavischer Sprachkenntnisse kommt.
Die "intellektuelle Antwort" findest Du hier:
https://www.interslavic.org/
https://en.wikipedia.org/wiki/Interslavic
Viel Spaß beim Lernen!
Lazarus
* nur zur allgemeinen Info: Ich bin kein Freund dieser Kirche. Andere haben diese Ansichten nicht. Ich bin gerne bereit meine Ansichten zu ändern, wenn man mich dort als orthodoxen Gäubigen aktzeptierte.
**
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Honigbiene
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Re: Russisch lernen wozu
vielen Dank für die ehrlichen Worte.
In Christo!
- Sascha
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Re: Russisch lernen wozu
Solche Gemeinden mag die ROKA durchaus haben, es ist aber zum Glück nicht in allen so. Abgesehen von "Stoj! Ruki vverkh!" und "Slozhite oruzhiye!" spreche ich kein Russisch. In meiner Gemeinde aber kein Problem. Eine der kleinen Ektenien ist auf Deutsch, ich lese zusätzlich die Apostellesung auf Deutsch und auch das Evangelium wird in beiden Sprachen gelesen. Die Integration in die Gemeinde ist auch kein Problem. So kann man ohne Probleme als Deutschsprachiger Altardiener machen. Auch weihen will man mich ständig, wobei ich mich Aufgrund meiner Arbeiszeiten in der Pflege noch davor drücken kann.Lazzaro hat geschrieben: 28.07.2026, 19:33 Die russ. Kirche im Ausland ist eine Förderin des russ. Ghettos. Ob Dir das gefällt, und ob den auslandskirchlichen Foristen diese Aussage gefällt ist dabei völlig irrelevant. Das heißt, wenn Du dort als vollwertiges Gemeindemitglied akzeptiert werden möchtest, wirst Du Rusisch lernen müssen.
Wenn es Dir nichts ausmacht, bei der Trapeza über eine Stunde Puschkinrezitationen über Dich ergehen zu lassen, ohne ein Wort zu verstehen, ist das natürlich auch in Ordnung. *
* nur zur allgemeinen Info: Ich bin kein Freund dieser Kirche. Andere haben diese Ansichten nicht. Ich bin gerne bereit meine Ansichten zu ändern, wenn man mich dort als orthodoxen Gäubigen aktzeptierte.
Da wir im Landkreis aber auch die einzige orthodoxe Gemeinde sind, besteht sie eben nicht nur aus Russen. Im Nachbarlandkreis sind die Gemeinden dann schon wieder nach Nationalität getrennt und da mag es dann ganz anders aussehen.
Herr, erbarme dich.
Re: Russisch lernen wozu
Unser Herr Jesus Christus hat gesagt: (Mth. 28:18f)
Es steht dort weder, daß man alle Völker (wörtl: alle Sprachen) zu Russen machen soll, noch daß man nur die Russen taufen soll. Und das sollte man den Herren Reußen auch anhand des "Original"textes beweisen können.даде́сѧ мѝ всѧ́ка вла́сть на неб҃еси на землѝ. (ѳ҃і) Ше́дше наꙋчи́те всѧ̀ ꙗ҆зы́ки, крестѧ́ще и҆̀хъ ...
Zum anderen findet man solche Artikel leider nicht auf Deutsch:
Религия «русского мира» прощается с христианством
https://spzh.eu/ru/zashhita-very/79503- ... stianstvom
Wenn man Problematiken dieser Art auf deutsch anspricht werden sie geleugnet, ohne daß man dabei rot wird. Es ist daher ein russischer Beleg dringend erforderlich. Hier wird von Ostslaven selbst bewiesen, das Nationalismus eben keine Volklore sondern zutiefst antichristlich ist.
Zu guter Letzt möchte ich mal wieder auf folgenden Vortrag hinweisen: Annahme und Ablehnung: Migration und Religion im antiken Rom
https://www.youtube.com/watch?v=SOasCs10Tro
Imn der 2. Hälfte spricht Professor Bendlin über nabatäisch-lateinische Inschriften aus Rom - Trastevere. Die dort beschriebene Migrantenpsychologie ist sehr zeitlos und gilt ungeachtet der Religion, der Zeit und der Gegend auch heute. Danach habe ich erst verstanden, was ich die ganze Zeit in der Kirche erlebt habe ohne es beschreiben zu können.
Lazarus