Lieber Milo,
administrator hat geschrieben:Lieber Sebastian,
Deutung der Hl. Schrift ist so eine Sache.
Erstens:
haben vor uns Zwei, vor vielen Jahren die Augenzeugen das praktiziert und gedeutet was ihnen gezeigt wurde. Wie ist umzugehen mit den kostbaren Gaben. Wenn Paulus sagt prüfet, dann meint er vielmehr prüfet euer Gewissen vor dem Empfang, anstatt nur sentimental der Geschichte zu gedenken.
Meinte ich das nicht ähnlich. Es ist hier doch die Herzenseinstellung gefragt und nicht das Sündbewusstsein, oder? Der innige Wunsch am Leib und Blut Christi teilzunehmen.
administrator hat geschrieben:
Warum? Ist das nicht das Heiligste was wir empfangen können, das Leib und Blut Christie...natürlich meine ich das welches der Hl. Geist gewandelt hat? Ist das nicht das Eins werden mit Ihm? In einer Gemeinschaft, einem Geist...oder wieviele Gottesreiche gibt es? Wenn wir nicht im gleichen Glauben sind, können wir nicht von der einen Gemeinschaft reden, und auch nicht die gleiche Deutungsweise haben.
Der Unterschied zwischen Dir und mir ist, dass ich diese Gemeinschaft auf die Christenheit beziehe, du auf eine Konfession.
administrator hat geschrieben:
Zweitens: Die deutung der Hl. Schrifft ist keine private Angelengenheit, sondern anvertraut der Kirche. Sie hat ja auch die Hl. Schrift erwählt (Kanon)...so wie Hl. Irineaus von Lyon damals sagte, die Schrift wird nur in der Gemeinde richtig gedeutet. Wie du weist, unsere Gemeinden stehen in der apostolischen Kontinuität.
Apostolische Kontinuität: Komisch, dasselbe behauptet meine Kirche auch immer. Meine Kirche behauptet sie wäre die Fortsetzung der Urkirche, da in ihr lebendige Apostel wirken. Von ihrem exklusiven Selbstverständnis löst sich meine Kirche ebenfalls sehr langsam und schwer. Leider! Aber das ist meine Meinung, andere aus unserer Kirche sehen das anders. Vielleicht bin ich auch zu ökumenisch veranlagt.
administrator hat geschrieben:
Drittens: Würdest du dennoch behaupten wollen, das die Aufforderung nach 3.Mose, bei Samenfluss, bei Menstruation usw., fernzubleiben von der Hl. Opferdarbringung (Kommunion), das dass egal ist?
1. zu drittens:
Das fordert Mose doch gar nicht. Wo liest du hier etwas von Opfergenüssen?
3Mos 15.16 Wenn einem Mann im Schlaf der Same abgeht, der soll seinen ganzen Leib mit Wasser abwaschen und unrein sein bis zum Abend. 17Und jedes Kleid und jedes Fell, das mit solchem Samen befleckt ist, soll abgewaschen werden mit Wasser, und es soll unrein sein bis zum Abend. 18Und wenn eine Frau bei einem Manne liegt, dem der Same abgeht, dann sollen sie sich mit Wasser abwaschen und unrein sein bis zum Abend.
19Wenn eine Frau ihren Blutfluß hat, so soll sie sieben Tage für unrein gelten. Wer sie anrührt, der wird unrein bis zum Abend. 20Und alles, worauf sie liegt, solange sie ihre Zeit hat, wird unrein, und alles, worauf sie sitzt, wird unrein. 21Und wer ihr Lager anrührt, der soll seine Kleider waschen und sich mit Wasser abwaschen und unrein sein bis zum Abend.
2.
Menstruation bei einer Frau ist ein natürlicher, medizinisch nachweisbarer Vorgang. Hast du schonmal nachgedacht, warum solche "Gesetze" erlassen wurden und warum sie göttlich sind? Nun, dies ist wirklich einfach, nur leider haben sie m.E. nichts mit Opferannahmewürdigkeit zu tun. Werfen wir abermals einen Blick auf Mose 19. Wenn du in einer Partnerschaft lebst oder eine "hinter" dir hast, dann weisst du, dass Regelblutungen bei Frauen oft mit starken Unterleibsschmerzen verbunden sein können. Dies kann sich auch über mehrere Tage hinziehen. Wenn nun in Mose steht man solle sie nicht anrühren, will man sich nicht unrein machen, dann ist dies eins der frauenfreundlichsten Gebote aus der Hl Schrift. Auch damals waren Männer ungehalten ihre sexuellen Bedürfnisse ohne Rücksichtnahme auf die Schmerzen der Menstruation der Frau zu befriedigen. Solche (Doppelten)Qualen mussten für die Frauen ein großes Leid sein. Doch der HErr hat den Männern einen Riegel vorgeschoben, indem ER erklärt: "Hört zu, solange die Frau Blutungen hat und darüber hinaus ist sie unrein, wenn ihr es nicht auch sein wollt, dann fasst sie gefälligst nicht an!" - in meinen Worten. Das schreckt ab.
administrator hat geschrieben:
Wir können tun und lassen wollen und dann kurz in die Gemeinde zur Komunion, und dann wieder raus und das machen was uns sinnlichen spass macht?
Hab ich nicht behauptet, dass wir unseren sinnlichen Trieben in allen Fällen freien Lauf lassen sollen.
1.Kor 6.12 Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten.
Ich finde das lenkt vom Thema ab, weil Menstruation+sowie natürlicher Samenerguss natürlche Vorgänge sind. Vor allem bei Menstruation -da frag mal die Frauen- ist eher wenig Sinnlichkeit im Spiel. Um Menstruation ging es doch hier, oder?
administrator hat geschrieben:
Hat denn HErr nicht gesagt das Er nicht gekommen sei um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu vervollkomnen.
Ja. Er hat es durch Liebe vervollständigt.
administrator hat geschrieben:
Ausserdem war sel. Augustin der Meinung, das unser Deutungsvermögen davon abhängt wie moralisch-ethisch wir gerade stehen.
Finde ich richtig.
Sebastian