Liebe Eleonora,
erst mal danke für die Filme, ich hätte sie nicht gefunden.
Wie ihr sehen könnt wird hier in der serbischen Kirche (3 der vier Filme stammen aus 'meiner' Kirche) in den Gemeinden, die Schweden dabei haben oder wie in F.Mikaels Fall der Priester selber Schwede ist, hauptsächlich schwedisch zelebriert. Die Kerne zu den Gemeinden sind natürlich von Aus-Einwanderern gelegt. Der Übergang zur schwedischcen Sprache geschieht da ganz besonders leicht wo kleine Gemeinden existieren. Es sind einfach nicht genügend Russen, Serben oder Bulgaren vor Ort so dass es nicht möglich ist Parallelstrukturen aufzubauen. Aber auch in Malmö (das ist die dritte Kirche wo die Übergabe der Reliquie gefeiert wird), ist Schwedisch Bestandteil. In den Gemeinden in Stockholm oder Göteborg halten sich noch 'Reste' des alten Denkens vor allem bei den Griechen aber auch Russen (Serben sind 'weicher', da sie sich eigenartigerweise gerade hier Schweden eingefunden haben), werden aber unter dem Druck, auch hier der kleinen Zahlen immer weicher.
Die Sache mit den alten Bauernhöfen oder Scheunen geschehen genau so wie Josef das schildert. Die Gebäude sind in aller Regle nicht mehr bewohnt, da der Hof nicht mehr bewirtschaftet wird und sind dann für einen Appel&Ei zu haben. Die Gemeindeglieder können das auch mit dem Nachteil des Fahrens finaziell besser schultern als Gebäude in einer Stadt zu kaufen. Und dann wird renoviert und gesegnet und dann geht es los. Und beim Renovieren spätestens verschwindet das Griechen/Russen/Serben/Schweden-gehabe.
Bürokratie hat damit nichts zu tun. Im eigenen Haus kann man doch tun was man möchte.
So auch in 'meinem' Kloster in Bredared
http://www.crkva.se/kloster.htm ist das auch genau so geschehen. Ihr könnt da eine zweite Ausführung von Orthodoxie á la suedoise beschauen.
Die lokalen Häuser haben auch den Vorteil, dass ein Lokal-kolorit entsteht schlicht weil es anders nicht zu haben ist. Also kein Zwiebelturm ohne vernünftigen Grund. Und falunrote Häuser sehen nun mal schwedisch aus und nicht russisch oder griechisch. Die Gläubigen haben damit nicht die Andeutung von Schwierigkeiten. Eben weil hier, mangels Masse keine oder VIEL weniger Nationalismen aufkommen.
Und es funktioniert. Das Kloster liegt in der Nähe von Borås, ca 10 km ausserhalb, die Gläubigen kommen aus einem Umkreis von 100 Km, für Schweden nicht richtig weit. Als ich hierhin kam, vor 8 Jahren, waren wir am Sonntag 5-10 ausser den Mönchen, also im Schnitt, jetzt sind es 30-40, und ein Drittel Schweden, eingeheiratet oder anverliebt, aus Interersse oder von anderen mitgebracht. Finanziell Verantwortung zu übernehmen ist in einer kleinen Gemeinde wo Hinzounos den Kunznic oder auch den Johansson kennt leichter, zumal ja damit die Sache bei der Finazierung des Hofes eigentlich los geht.
Das Gemeindeleben ist dagagen nicht so einfach, da wir weit auseinander wohnen und 'mal eben besuchen' schwer ist. Dafür ist dann der Gottesdienst am Sonntag in aller Regel mit all seinen Nachbeben und gemeinsamem Essen nicht vor 15:00 zuende. Ein weiteres Problem, das ich sehe da es mein Hobby ist, ist das kirchliche Unterricht in Schule (gibt's nicht) für die Katecheten oder auch die Gläubigen. Nach dem Gottesdienst wird eben gegessen und gequatscht und nicht die Bibel rausgeholt. Und da die Mönche wohl Gottesdienst feiern, nicht aber Gemeindeleiter sind ist das auch nicht ihre primäre Aufgabe... Daran arbeiten wir noch
Das mag wohl reichen, oder?
Ha det så mycket bra därnere, kära syskon.
Benedikt